20 March 2026, 14:04

Fotografen zünden Brände für spektakuläre Aufnahmen – Prozess beginnt

Schwarz-weiß-Foto eines Feuers in einem Feld mit Bäumen, Häusern, Hügeln und Rauch, der in den Himmel steigt; Text unten.

Brandstiftung und Profit? Zwei Fotografen vor Gericht - Fotografen zünden Brände für spektakuläre Aufnahmen – Prozess beginnt

Vor dem Landgericht Dessau-Roßlau hat der Prozess gegen zwei freiberufliche Fotografen begonnen, die beschuldigt werden, vorsätzlich Brände gelegt zu haben. Die 23- und 33-jährigen Männer sollen die Feuer gezündet haben, um Aufnahmen und Videos der Einsätze zu verkaufen. Laut Staatsanwaltschaft richteten sich die beiden über einen längeren Zeitraum gezielt gegen Gebiete im Landkreis Anhalt-Bitterfeld und angrenzende Regionen.

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Die Verdächtigen wurden im September 2025 nach einem Brand in einem verlassenen Bahnhof in Raguhn festgenommen. Die Ermittler hatten ihre Aktivitäten bereits seit einiger Zeit beobachtet und schließlich eine Sonderermittlungsgruppe eingerichtet. Den Behörden zufolge legten die Männer Feuer in Wäldern und Gewerbegebieten, wobei sie gezielt Orte wählten, an denen sich die Flammen schnell ausbreiten und die Löscharbeiten erschweren würden.

Die Brände verursachten Sachschäden in Höhe von schätzungsweise 500.000 bis 900.000 Euro. Für die Einsatzkräfte bestand aufgrund der Heftigkeit der Feuer ein erhöhtes Risiko. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass die beiden durch den Verkauf ihrer Aufnahmen an Zeitungen und andere Medien vierstellige Beträge erzielten.

Keiner der Beschuldigten stand in einem festen Arbeitsverhältnis mit einer Medienorganisation. Beide sitzen seit ihrer Festnahme in Untersuchungshaft. Nach deutschem Recht gelten sie bis zu einem rechtskräftigen Urteil als unschuldig.

In den vergangenen fünf Jahren sind in Deutschland keine weiteren dokumentierten Fälle von Brandstiftung aus fotografischem Profitstreben bekannt geworden.

Im Prozess wird nun die Beweislage geprüft, die die Männer mit mehreren Bränden in der Region in Verbindung bringt. Bei einer Verurteilung drohen ihnen empfindliche Strafen – nicht nur wegen des Ausmaßes der Schäden, sondern auch wegen der damit verbundenen Gefahren. Der Fall sorgt wegen des ungewöhnlichen Tatmotivs für Aufsehen.

Quelle