19 June 2026, 04:04

Gabriele Stötzers mutige Kunst zwischen Widerstand und Wollfiguren im Gropius Bau

Künstlerin Stötzer: "Sei dabei und bleib nicht stumm"

Gabriele Stötzers mutige Kunst zwischen Widerstand und Wollfiguren im Gropius Bau

Gropius Bau zeigt große Einzelausstellung von Gabriele Stötzer

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Derzeit präsentiert Berlins Gropius Bau eine umfassende Retrospektive des Werks von Gabriele Stötzer. Die 73-jährige Künstlerin, bekannt für ihr vielseitiges Schaffen, zählt seit Langem zu den prägenden Figuren der deutschen Kunst- und Aktivismusszene. Die Ausstellung läuft noch bis zum 6. Dezember und umfasst im August eine geplante Performance auf dem Dach des Museums.

Gabriele Stötzers Karriere ist geprägt von künstlerischer Innovation und politischem Widerstand. Ende der 1970er-Jahre wurde sie in der DDR für ein Jahr inhaftiert, nachdem sie eine Petition gegen die Ausbürgerung des Liedermachers Wolf Biermann unterzeichnet hatte. Im Gefängnis nähte sie Strumpfhosen – eine kleine, aber bezeichnende Geste kreativen Schaffens unter Zwang.

Ihr Engagement setzte sich bis in die späten 1980er-Jahre fort. 1989 spielte sie eine zentrale Rolle bei der Besetzung der Stasi-Kreisverwaltung in Erfurt. Im selben Jahr gründete sie mit anderen die Erfurter Künstlerinnengruppe, was ihren Platz im kulturellen Widerstand der Zeit weiter festigte.

Die Schau im Gropius Bau vereint rund 150 ihrer Werke: Videos, Fotografien, Modestücke und markante, übergroße Wollfiguren von Frauen. Stötzer jedoch wehrt sich dagegen, allein als „DDR-Künstlerin“ wahrgenommen zu werden – sie besteht auf eine breitere Anerkennung ihres Schaffens.

Die Ausstellung unterstreicht Stötzers anhaltenden Einfluss in Kunst und Aktivismus. Noch in diesem Herbst wird sie mit dem Goslarer Kaiserring ausgezeichnet, einer der renommiertesten Kunstpreise Deutschlands. Die Ehrung würdigt ein Lebenswerk voller mutiger Arbeiten und kompromisslosen Einsatzes für kreative und politische Freiheit.

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