24 June 2026, 08:04

Gericht stoppt Spiegel-Berichte zu Christian Ulmen im Deepfake-Skandal

Ulmen triumphiert über 'Der Spiegel' vor Gericht

Gericht stoppt Spiegel-Berichte zu Christian Ulmen im Deepfake-Skandal

Das Hanseatische Oberlandesgericht hat eine einstweilige Verfügung gegen Der Spiegel im Zusammenhang mit dem Deepfake-Skandal um den Schauspieler Christian Ulmen erlassen. Das Urteil untersagt dem Magazin, bestimmte Vorwürfe über seine angebliche Beteiligung an KI-generierter Fake-Pornografie zu veröffentlichen. Der Fall hat bundesweit für Aufsehen gesorgt; Politiker fordern nun strengere Regulierungen zum Missbrauch von KI und zum Verhalten im Netz.

Das Gericht entschied, dass Der Spiegel nicht behaupten darf, Ulmen habe Deepfake-Pornografie mit seiner Ex-Frau, der Schauspielerin Collien Fernandes, erstellt oder verbreitet. Zudem untersagte es die Veröffentlichung von Zitaten aus Ulmens privaten E-Mails an seinen Anwalt, da diese zu seinem „höchstpersönlichen Lebensbereich“ gehörten. Die Entscheidung stellt einen wichtigen Erfolg für Ulmens Kanzlei Schertz-Bergmann dar, die argumentiert hatte, die ursprüngliche Berichterstattung habe eine übermäßige Medienaufmerksamkeit ausgelöst.

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Trotz der Einschränkungen darf Der Spiegel weiterhin berichten, dass Fernandes Ulmen körperliche Gewalt vorwirft. Die Staatsanwaltschaft Potsdam ermittelt derzeit separat wegen dieser Vorwürfe zu häuslicher Gewalt.

Der Skandal hat politische Reaktionen ausgelöst. Bundesjustizministerin Stefanie Hubig (SPD) kündigte Pläne an, das Strafrecht gegen nicht einvernehmliche sexualisierte Deepfakes und „digitale sexualisierte Gewalt“ zu verschärfen. Konservative Politiker wie Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) fordern zudem eine Pflicht zur Klarnamennutzung im Internet. SPD-Vorsitzende Bärbel Bas und die ehemalige Grünen-Co-Vorsitzende Ricarda Lang unterstützen Forderungen nach strengeren KI-Regulierungen.

Das Gerichtsurteil begrenzt, was Der Spiegel über Ulmens angebliche Rolle im Deepfake-Fall veröffentlichen darf. Die Entscheidung schützt Teile seiner privaten Korrespondenz, erlaubt aber weiterhin Berichte über die Misshandlungsvorwürfe. Unterdessen arbeiten Politiker an Lösungen für die weiteren rechtlichen und ethischen Fragen, die der Skandal aufgeworfen hat.

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