Giftige Altlasten in Halle-Ammendorf bleiben ununtersucht – Pläne für ORGACID-Gelände gescheitert
Lea KrauseGiftige Altlasten in Halle-Ammendorf bleiben ununtersucht – Pläne für ORGACID-Gelände gescheitert
Pläne zur Untersuchung toxischer Belastungen auf dem Gelände der ehemaligen NS-Chemiewaffenfabrik ORGACID in Halle-Ammendorf wurden aufgegeben. Die einstige Chemiefabrik wurde später umgenutzt, wobei das Verwaltungsgebäude zeitweise als illegale Diskothek betrieben wurde, bevor es geschlossen wurde. Nun sollen keine weiteren Tests auf gefährliche Stoffe mehr durchgeführt werden.
Die Linke hatte einen Antrag auf Finanzierung einer 300.000-Euro-Studie gestellt, um mögliche Kontaminationen des Geländes zu bewerten. Ziel war es, das Areal für eine spätere gewerbliche Neunutzung vorzubereiten. Der Antrag wurde jedoch zurückgezogen, nachdem er die Förderkriterien nicht erfüllte.
Das Projekt kam nicht für den Bundessondervermögen-Fonds infrage, da es keine direkten Verbindungen zu konkreten Folgeinvestitionen aufwies. Ohne Förderung konnte die Untersuchung nicht umgesetzt werden. Die Entscheidung wirft Fragen über die langfristigen Revitalisierungspläne für das Gelände auf.
Bevor die industrielle Vergangenheit des Standorts wieder in den Fokus rückte, diente das ehemalige Verwaltungsgebäude in der Camillo-Irmscher-Straße kurzzeitig als illegale Diskothek unter dem Namen "Club Stellwerk". Der Club eröffnete kurz vor der COVID-19-Pandemie, wurde später jedoch von den Stadtbehörden geschlossen und versiegelt.
Mit der Absage der Kontaminationsuntersuchungen bleibt die Zukunft des Geländes ungewiss. Eine gewerbliche Neunutzung war im Gespräch, doch ohne Finanzierung für Sicherheitsbewertungen kommt das Vorhaben nicht voran. Vorerst wird die ehemalige ORGACID-Fabrik mit ihrem umliegenden Gelände unberührt bleiben.






