Grüne reformieren Satzung nach Belästigungsskandal um Stefan Gelbhaar
Jonas SchulteGrüne reformieren Satzung nach Belästigungsskandal um Stefan Gelbhaar
Die Grünen haben eine neue Satzung eingeführt, um sexuelle Belästigung innerhalb der Partei zu bekämpfen. Der Schritt folgt einer einjährigen Überprüfung des Umgangs mit einem prominenten Fall, in dem ein Parteimitglied verwickelt war. Die Änderungen zielen darauf ab, interne Abläufe zu stärken und Betroffene besser zu schützen.
Vor einem Jahr hatte eine interne Kommission die Reaktion der Partei auf Vorwürfe gegen Stefan Gelbhaar untersucht. Dabei wurden gravierende Mängel im bestehenden Ombudsverfahren festgestellt, darunter fehlende Legitimität, unzureichende Strukturen und ein Mangel an rechtlichem Gehör. Gelbhaar, der die Vorwürfe zurückwies, verlor später die Nominierung als Direktkandidat im Berliner Bezirk Pankow für die Bundestagswahl 2021.
Die neue Satzung definiert nun klarer die Zuständigkeiten der Parteigremien. Beschwerdeausschüsse sollen künftig auf Vermittlung statt auf Bestrafung setzen. Disziplinarmaßnahmen werden stattdessen von den parteiinternen Schiedsgerichten behandelt.
Um Interessenkonflikte zu vermeiden, enthalten die Regeln Vertraulichkeitsklauseln. Bei möglichen Straftaten werden Betroffene an externe Beratungsstellen verwiesen und über ihr Recht auf rechtliche Schritte informiert.
Die überarbeitete Satzung bietet einen strukturierten Rahmen für den Umgang mit Belästigungsvorwürfen. Sie sorgt für mehr Transparenz und Unterstützung für die Betroffenen. Die Partei hat damit Schritte unternommen, um frühere Schwächen in ihren Verfahren zu beheben.
