Güterbahnverkehr lahmgelegt: GSM-R-Ausfälle sorgen für bundesweites Chaos
Jonas SchulteGüterbahnverkehr lahmgelegt: GSM-R-Ausfälle sorgen für bundesweites Chaos
Schwere Störungen im deutschen Güterbahnverkehr durch wiederholte Ausfälle des GSM-R-Funknetzes
Der deutsche Güterbahnsektor kämpft mit massiven Behinderungen aufgrund wiederkehrender Störungen im digitalen Zugfunk-System GSM-R. Der Bundesverband Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung (BGL) warnt vor systemischen Mängeln, darunter das Fehlen klarer Notfallprotokolle bei Netzausfällen. Die Frachtunternehmen arbeiten unter Dauerbelastung – Lieferketten und Mitarbeiter stehen gleichermaßen unter Druck.
Der jüngste bundesweite Ausfall des GSM-R-Funks offenkundigte gravierende Lücken in den Notfallplänen. Güterverkehrsbetriebe berichteten von tagelangem Chaos, besonders rund um Christi Himmelfahrt. Probleme in den Fahrplanzentralen und Leitstellen verschärften die Situation zusätzlich.
Neele Wesseln, Geschäftsführerin des Verbandes, kritisierte die DB InfraGO scharf für die anhaltenden Betriebsprobleme. Diese belasteten den Güterverkehr in nicht tragbarer Weise, so Wesseln. Der Verband fordert den Verkehrsausschuss des Bundestags auf, dringend gegen die Instabilität vorzugehen.
Um weitere Krisen zu verhindern, verlangt die Branche eine strengere staatliche Aufsicht über die DB InfraGO. Zudem schlägt sie die Schaffung eines unabhängigen Bundesamts für Schieneninfrastruktur (BASchi) vor, das den Netzbetreiber kontrollieren soll. Die wirtschaftlichen Folgen für die Frachtunternehmen sind noch unklar, doch der Verband warnt vor erheblichen Verlusten.
Zu den zentralen Forderungen zählen Sofortmaßnahmen zur Stabilisierung der Schieneninfrastruktur sowie die Einführung schärferer Kontrollmechanismen. Ohne Eingreifen drohen dem Sektor anhaltende Störungen und finanzielle Schäden. Die Forderung nach einer neuen Bundesbehörde unterstreicht den Bedarf an strukturellen Reformen.
