Halle (Saale) erhöht Gewerbesteuer auf Rekordniveau – Unternehmen protestieren
Leon SchulzHalle (Saale) erhöht Gewerbesteuer auf Rekordniveau – Unternehmen protestieren
Halle (Saale) erhöht ab 2026 den Gewerbesteuer-Hebesatz auf 470 Prozent
Mit der Maßnahme will die Stadt ein Haushaltsdefizit von 150 Millionen Euro verringern und jährlich zusätzliche 4,8 Millionen Euro einnehmen. Lokale Unternehmen kritisieren den Schritt jedoch als zusätzliche finanzielle Belastung in wirtschaftlich schwierigen Zeiten.
Trotz rückläufiger Gewerbesteuer-Einnahmen im Jahr 2025 – sie sanken um 4,8 Prozent von 109,6 Millionen auf 104,2 Millionen Euro – beschloss der Stadtrat die Erhöhung. Während die Einnahmen im gesamten Bundesland um 7,1 Prozent stiegen, steht Halle damit unter besonderem Druck.
Thomas Keindorf, Präsident der Handwerkskammer Halle, warnte, die Anhebung werde die Unternehmen weiter belasten. Seine Organisation argumentiert, dass Betriebe bereits mit steigenden Kosten und wirtschaftlicher Unsicherheit zu kämpfen hätten. Der neue Satz hält Halles Hebesatz zudem über dem Bundesdurchschnitt und über dem der Nachbarstadt Leipzig, wo er bei 460 Prozent liegt.
Die Anpassung ist Teil eines umfassenden Plans zur Konsolidierung der städtischen Finanzen. Die Stadt rechnet mit jährlichen Mehreinnahmen von etwa fünf Millionen Euro, doch ein direkter Vergleich mit anderen Städten in Sachsen-Anhalt, etwa Magdeburg, bleibt unklar.
Die Steuererhöhung tritt 2026 in Kraft und soll der Stadt jährlich fast fünf Millionen Euro zusätzlich einbringen. Wirtschaftsverbände äußern weiterhin Bedenken wegen des Zeitpunkts und der Auswirkungen auf lokale Betriebe. Die Maßnahme folgt auf ein Jahr sinkender Einnahmen, das Halle zu neuen Lösungen für den Haushaltsausgleich zwingt.






