Halle setzt auf gezielte Sprachförderung für Kinder mit Migrationshintergrund
Lea KrauseHalle setzt auf gezielte Sprachförderung für Kinder mit Migrationshintergrund
Der Stadtrat von Halle hat einstimmig eine neue Strategie verabschiedet, um die Deutschkenntnisse von Kindern mit Migrationshintergrund zu fördern. Der Plan konzentriert sich auf den Stadtteil Südliche Neustadt und zielt darauf ab, von Schulbeginn an gerechtere Bildungschancen zu schaffen.
Die Initiative wurde vom Fachbereich Integrierte Sozialplanung entwickelt. Im Mittelpunkt steht der entscheidende Übergang von der Kita in die Grundschule, um bestehende Sprachdefizite bei Kindern mit Migrationsgeschichte gezielt anzugehen.
Ratsmitglieder verschiedener Parteien äußerten sich zu dem Vorhaben. Ute Haupt von der Linken bezeichnete Sprache als Schlüssel zu Bildung und Integration. Sarah Labusga von Volt/Mitbürger lobte die Gründlichkeit des Plans, die breite Einbindung von Akteuren sowie die klaren administrativen Zuständigkeiten. Gleichzeitig forderte sie Landes- und Bundespolitik auf, stärker in Bildung zu investieren und die Förderprioritäten anzupassen, um die Maßnahmen zu unterstützen.
Katharina Kohl von der SPD unterstützte die Strategie und betonte, sie ermögliche der Verwaltung, Sprachförderung systematisch anzugehen. Dadurch erhielten Kinder bessere Startbedingungen. Christoph Bergner von der CDU würdigte die Methodik, warnte jedoch davor, Kitas und Einrichtungen zur Bewahrung von Herkunftssprachen gegeneinander auszuspielen.
Jörg Ersack, ebenfalls CDU, kritisierte die Bezeichnung „Ankunftsstadtteil“ für die Südliche Neustadt. Er argumentierte, der Begriff suggeriere, das Viertel sei ein dauerhafter Aufnahmeort für Migrantinnen und Migranten.
Der Rat nahm den Plan ohne Gegenstimmen an. Die Verwaltung muss nun jährlich über die Fortschritte berichten. Ziel der Strategie ist es, Kindern mit Migrationshintergrund von Beginn ihres Bildungswegs an eine intensivere Sprachförderung zu ermöglichen.
