Jungheinrich kämpft mit Gewinnrückgang und Führungsumbruch im ersten Quartal
Moritz HoffmannJungheinrich kämpft mit Gewinnrückgang und Führungsumbruch im ersten Quartal
Jungheinrich meldet deutlichen Gewinnrückgang im ersten Quartal – Gewinn vor Zinsen und Steuern halbiert
Der Intralogistik-Spezialist Jungheinrich verzeichnete im ersten Quartal einen deutlichen Einbruch der Erträge: Der Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) fiel im Vergleich zum Vorjahr um die Hälfte. Gleichzeitig gab das Unternehmen eine Führungsumbesetzung bekannt, nachdem der vorzeitige Abschied von Finanzvorständin Heike Wulff mit dem Aufsichtsrat vereinbart wurde.
Wulff war Anfang 2026 in den Vorstand von Jungheinrich eingetreten, ihr Vertrag sollte ursprünglich bis Mai 2027 laufen. Doch in gegenseitigem Einvernehmen wurde beschlossen, ihr Mandat nicht zu verlängern. Bis eine dauerhafte Nachfolge gefunden ist, übernimmt Vorstandschef Lars Brzoska die Finanzressorts kommissarisch.
Der Gewinnrückgang fällt in eine Phase harter Konkurrenz und eines Streiks im Werk Lüneburg, die die Geschäftsentwicklung belasten. Seit Ende 2025 hat das Unternehmen rund 30 Prozent an Börsenwert eingebüßt; die Marktkapitalisierung liegt derzeit bei etwa 2,6 Milliarden Euro.
Die Aktienstruktur von Jungheinrich bleibt gespalten: Die 45 Millionen stimmrechtslosen Vorzugsaktien werden im MDAX gehandelt, während sich die 54 Millionen Stammaktien mit Stimmrecht je zur Hälfte im Besitz der Familien der beiden Töchter des Firmengründers befinden – sie halten damit 53 Prozent der Anteile.
Nun steht Jungheinrich vor der doppelten Herausforderung, die finanzielle Performance zu stabilisieren und gleichzeitig eine neue Finanzchefin oder einen neuen Finanzchef zu finden. Mit Brzoska als interimistischem Verantwortlichen für den Finanzbereich muss das Unternehmen in den kommenden Monaten sowohl operative Probleme lösen als auch das Vertrauen der Anleger zurückgewinnen.






