Kaleb Erdmanns Debritz feiert raue Premiere am Badischen Staatstheater
Moritz HoffmannKaleb Erdmanns Debritz feiert raue Premiere am Badischen Staatstheater
Am Badischen Staatstheater Karlsruhe feierte ein neues Stück von Kaleb Erdmann Premiere: Debritz. Das Drama beleuchtet die Kämpfe eines fiktiven Dorfes in Ostdeutschland und greift Themen auf, die auf deutschen Bühnen selten behandelt werden – darunter die Kluft zwischen Stadt und Land sowie den Klimawandel.
Die Handlung spielt in Debritz, einem trostlosen Nest mit kargen Ernten, schrumpfender Bevölkerung und maroder Infrastruktur. Das Bühnenbild spiegelt diese Verödung wider: eine eintönige braune Ödnis, durchsetzt mit kristallinen Wucherungen. Der 1991 in Witten geborene Autor Kaleb Erdmann nutzt das Dorf als Mikrokosmos gesellschaftlicher Krisen – vom wirtschaftlichen Niedergang bis zur Umweltzerstörung.
Im Zentrum der Geschichte stehen Peggy, eine Zuckerrübenbäuerin, und ihr Freund Maik. Sie sind die einzigen voll ausgearbeiteten Figuren, zerrissen zwischen der Flucht aus Debritz und dem Bleiben. Das Stück hat zwar einige Schwächen, doch die lebendige Energie des Ensembles trägt die Premiere. Das Ende gipfelt in einer Farce: Peggy und Maik sprengen die Siedlung in einem slapstickhaften Finale in die Luft und hinterlassen beim Publikum das Bild einer düster-komischen postapokalyptischen Zukunft.
Die letzte Szene zeigt eine von Ressourcenkriegen gezeichnete Welt. Mit Absurdität und Satire holt Debritz drängende Debatten zurück auf die Theaterbühnen Deutschlands. Das Stück bietet eine scharfe – wenn auch überzeichnete – Reflexion über den Kampf des ländlichen Raums und die Folgen des Klimawandels.
