18 April 2026, 06:06

Kürzere Arbeitszeiten im Nahverkehr: Mehr Freizeit, aber höhere Ticketpreise drohen

Plakat zeigt einen Zug auf Schienen mit mehreren Menschen in der Nähe, mit Text über die Erweiterung des erschwinglichen öffentlichen Verkehrs unter "The American Jobs Plan."

Kürzere Arbeitszeiten im Nahverkehr: Mehr Freizeit, aber höhere Ticketpreise drohen

Beschäftigte im öffentlichen Nahverkehr in Deutschland erhalten bald kürzere Arbeitszeiten bei vollem Lohnausgleich. Die Änderung ergibt sich aus einer neuen Vereinbarung, die die wöchentliche Arbeitszeit in zwei Stufen reduziert – beginnend im Juli 2027. Das Abkommen sieht zudem längere Ruhezeiten, höhere Sonntagszuschläge und bessere Schutzrechte für kurzfristig Beschäftigte vor.

Ab Juli 2027 arbeiten die Mitarbeiter:innen 38,5 Stunden pro Woche statt bisher 39 – bei vollem Lohnausgleich. Bis Juli 2028 sinkt die Wochenarbeitszeit weiter auf 38 Stunden. Ziel der Maßnahme ist es, den Sektor attraktiver zu gestalten und neue Fachkräfte zu gewinnen, da Personalmangel seit Langem ein drängendes Problem darstellt.

Die gesetzlichen Ruhezeiten werden ausgeweitet, die Sonntagszuschläge steigen, und kurzfristig Beschäftigte erhalten durch die neuen Regelungen zusätzlichen Schutz. Allerdings gehen diese Verbesserungen mit höheren Kosten für die Verkehrsunternehmen einher.

Drei Finanzierungsmodelle wurden vorgeschlagen, um die Mehrbelastung auszugleichen: Unterstützung durch öffentliche Träger, Zuschüsse von Bund und Ländern oder eine Erhöhung der Ticketpreise. Zwar ist eine sofortige Preisanpassung unwahrscheinlich, langfristig könnten Fahrgäste jedoch mit höheren Tarifen rechnen, falls keine externen Mittel bereitgestellt werden. Ohne staatliche Hilfe dürften die Unternehmen Mühe haben, die Kosten für mehr Personal und zusätzliche Freitage zu tragen.

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Die Vereinbarung könnte die Personalkosten in die Höhe treiben, da die Aufrechterhaltung des gleichen Servicelevel mit weniger Arbeitsstunden pro Mitarbeiter:in voraussichtlich mehr Beschäftigte erfordert. Dies könnte zu finanzieller Belastung führen, sofern keine zusätzlichen Gelder von außen fließen.

Die neue Regelung verkürzt die Arbeitszeit bei stabilen Löhnen und bietet bessere Bedingungen für Beschäftigte im öffentlichen Verkehr. Gleichzeitig steigen jedoch die Betriebskosten für die Unternehmen – was langfristig zu Preiserhöhungen führen könnte, falls keine alternative Finanzierung gefunden wird. Die langfristigen Auswirkungen hängen davon ab, ob Bund, Länder oder kommunale Träger einen Teil der finanziellen Last übernehmen.

Quelle