Landespreis für Denkmalpflege 2026 ehrt Retter des kulturellen Erbes Sachsen-Anhalts
Jonas SchulteLandespreis für Denkmalpflege 2026 ehrt Retter des kulturellen Erbes Sachsen-Anhalts
Die Preisträger des Landespreises für Denkmalpflege 2026 sind von Rainer Robra, Staatsminister und Minister für Kultur, bekannt gegeben worden. Dieser alle zwei Jahre verliehene Preis würdigt herausragende Leistungen beim Erhalt des kulturellen Erbes Sachsen-Anhalts. Die feierliche Übergabe findet am 21. April in der Staatskanzlei und im Kulturministerium in Magdeburg statt.
Zu den Ausgezeichneten gehört Guido Schwarzendahl aus Halle (Saale), dessen Engagement für die Restaurierung der sozialistischen Architektur in Halle-Neustadt besondere Anerkennung fand. Der Stadtteil, einst eine Musterstadt für Chemiewerker, entstand in den 1960er-Jahren mit Hochhäusern in Plattenbauweise, Wandmalereien und Gemeinschaftsräumen. Nach der Wiedervereinigung sorgten städtebauliche Sanierungsprogramme wie "Sachsen-Anhalt URBAN 21" dafür, dass sein einzigartiger Charakter bewahrt blieb.
Auch Gerhard Christ aus Aschersleben erhält einen Einzelpreis. Seit Jahrzehnten setzt er sich ehrenamtlich für die archäologische Denkmalpflege ein und erforscht die städtische Geschichte des Ortes. Seine Arbeit unterstreicht die Bedeutung des lokalen Erbes jenseits der großen Wahrzeichen.
Mit dem Gruppenpreis wurde der Verein "Walbecker Geschichte und Heimatpflege e.V." ausgezeichnet. Besonders hervorgehoben wurde die Sanierung des ehemaligen DDR-Beobachtungsturms bei Walbeck, die unter den Einreichungen herausragte. Durch das Engagement des Vereins bleiben Bauwerke aus der Zeit des Kalten Krieges als lebendiger Teil der Regionalgeschichte erhalten.
Der Landespreis für Denkmalpflege ist die höchste Auszeichnung Sachsen-Anhalts in diesem Bereich. Die Einzelpreisträger erhalten jeweils 2.500 Euro, der Gruppenpreis ist mit 7.500 Euro dotiert. Aktuelle Maßnahmen schützen weiterhin Stätten wie Halle-Neustadt, das mittlerweile als Kulturdenkmal eingestuft ist. Zu den jüngsten Projekten zählen die Umwandlung alter Bahnflächen in ein Innovationsquartier sowie ein Architekturwettbewerb 2024–2025 für das Zukunftszentrum für Deutsche Einheit.
Die Auszeichnungen spiegeln die vielfältigen Bemühungen wider, das kulturelle Erbe Sachsen-Anhalts zu bewahren – von sozialistischen Wohnsiedlungen bis zu Relikten des Kalten Krieges. Die Arbeit der Preisträger sichert diese Orte für kommende Generationen. Die offizielle Ehrung ihrer Verdienste erfolgt am 21. April im Rahmen der festlichen Veranstaltung.






