MOTRA-Monitor 2024/25: Wie rechtsextreme Medien die deutsche Öffentlichkeit spalten
Lea KrauseMOTRA-Monitor 2024/25: Wie rechtsextreme Medien die deutsche Öffentlichkeit spalten
Eine neue Studie deckt besorgniserregende Entwicklungen in der deutschen Medienlandschaft auf. Der aktuelle MOTRA-Monitor-Bericht für 2024/25 untersucht, wie printbasierte "alternative Nachrichtenmedien" die öffentliche Meinung prägen. Die Forscher stellten fest: Zwar vertreten nur wenige Deutsche extrem rechte Positionen, doch der Einfluss radikaler Medien bleibt ein ernstzunehmendes Problem.
Das MOTRA-Projekt, seit 2019 vom Bundeskriminalamt (BKA) geleitet, beobachtet Radikalisierungstendenzen in Deutschland. Der neueste Bericht – der umfangreichste bisher – konzentriert sich auf Printmedien, nicht auf soziale Plattformen. Analysiert wurden unter anderem "Compact", "Junge Freiheit", "Tichys Einblick" und "Junge Welt".
Die Ergebnisse zeigen: 5,4 Prozent der Deutschen vertraten 2025 ein "voll ausgeprägtes rechtsextremes Weltbild". Bei Lesern rechtsextremer Medien lag der Wert mit 4,8 Prozent leicht darunter. Gleichzeitig gaben 6,2 Prozent der Befragten an, diese Medien gelegentlich zu nutzen, 1,9 Prozent sogar regelmäßig.
Der Bericht warnt vor "Echo-Kammern", die Leser von der öffentlichen Debatte abschotten. Dadurch würden falsche Überzeugungen verstärkt und radikale Stimmen überproportional sichtbar. Gleichzeitig betont die Studie, dass die meisten Menschen, die sich "radikal, aber demokratisch legitim" äußern, kaum Gehör finden.
Die Forscher bezeichnen die Befunde als alarmierend: Sie sprechen von einem "extremismusgeprägten Lärm einer undemokratischen, radikalen Minderheit". Diese Medien verstärkten spaltende Narrative und stellten damit eine ernsthafte Gefahr dar.
Der MOTRA-Monitor 2024/25 unterstreicht den Einfluss rechtsextremer Printmedien in Deutschland. Zwar teilt nur eine Minderheit extreme Ansichten, doch ihre übermäßige Präsenz verzerre die öffentliche Diskussion. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass eine engere Beobachtung nötig ist, wie solche Medien politische Meinungen formen.






