Terminal 3 am Frankfurter Flughafen: Umweltdezernentin nennt Eröffnung eine "Beerdigung für die Region"
Leon SchulzTerminal 3 am Frankfurter Flughafen: Umweltdezernentin nennt Eröffnung eine "Beerdigung für die Region"
Die Eröffnung des Terminals 3 am Frankfurter Flughafen steht in scharfer Kritik der Mainzer Umwelt- und Verkehrsdezernentin Janina Steinkrüger. Sie bezeichnete das Ereignis als ein "Beerdigung für eine von Lärm gepeinigte Region" und stellte infrage, ob Terminal 2 überhaupt jemals wiedereröffnet werde. Ihre Äußerungen unterstreichen die langjährigen Bedenken gegen die Ausbaupläne und deren Auswirkungen auf die lokale Bevölkerung.
Steinkrüger argumentierte, die Begründung für Terminal 3 habe sich im Laufe der Zeit immer wieder gewandelt. Anfangs hätten die Flughafenverantwortlichen den Bau mit stark steigenden Passagier- und Flugzahlen begründet. Doch die tatsächlichen Daten hätten diesen Bedarf nie gestützt – die prognostizierten Zuwächse bei den Flugbewegungen seien ausgeblieben.
Stattdessen sei später die "Abfertigungsqualität" als Rechtfertigung für den Neubau ins Feld geführt worden. Zudem warf sie den Betreibern vor, in geschützte Waldgebiete vorgedrungen zu sein, was den Widerstand weiter anheize. Das Terminal sei von vornherein darauf ausgelegt, die Flugkapazitäten zu erhöhen – und verschärfe damit die Lärmbelastung im Rhein-Main-Gebiet.
Für die Anwohner, die bereits seit Jahren unter unerträglichem Lärm leiden, bedeute die Eröffnung nun noch größere Belastungen. Steinkrüger nannte den Schritt eine "Ohrfeige" für die Betroffenen. Sie unterstellte den Flughafenmanagern zudem, nun auf Billigfluglinien und einen Ausbau des Frachtverkehrs zu setzen, um die Existenzberechtigung des Terminals nachträglich zu rechtfertigen – und frühere Fehlkalkulationen zu überspielen.
Der Streit verdeutlicht die anhaltenden Spannungen zwischen Flughafenausbau und Lebensqualität in der Region. Steinkrügers Kritik spiegelt die grundsätzlichen Zweifel an der Notwendigkeit von Terminal 3 und seinen langfristigen Folgen wider. Angesichts ohnehin schon unzumutbarer Lärmpegel stellen Anwohner und Kommunalpolitiker die Legitimation des Projekts weiterhin infrage.






