München begrüßt Lahav Shani mit "Servus" – eine neue Ära für die Philharmoniker
Leon SchulzMünchen begrüßt Lahav Shani mit "Servus" – eine neue Ära für die Philharmoniker
München begrüßt seinen neuen Musikdirektor Lahav Shani mit Begeisterung – und einer typisch bayerischen Note. Statt einer generischen Begrüßung empfing die Stadt ihn mit einem herzhaften "Servus" – dem traditionellen bayerischen Gruß. Diese Geste spiegelt Münchens Vorliebe wider, ausländische Einflüsse mit der eigenen Kultur zu verbinden, ein Prinzip, das die Einheimischen "Bayernkult" nennen.
Shanis Berufung zum Chefdirigenten der Münchner Philharmoniker stößt auf breite öffentliche Zustimmung. Der Kulturreferent der Stadt, Marek Wiechers, sprach von einem "Aufbruch" – einem Neuanfang und dem Beginn einer neuen Ära. Die Solidarität des Orchesters mit Shani wurde besonders während der Kontroverse um das Flandern-Festival Gent 2024 deutlich, als er sich unbegründeten Antisemitismus-Vorwürfen ausgesetzt sah. Die Unterstützung der Musiker festigte die Verbindung zwischen Dirigent und Ensemble nur noch weiter.
Münchens kulturelle Identität setzt oft auf solche Integration statt auf abstrakten Multikulturalismus. Als Simon Rattle zur Berliner Philharmonie stieß, begrüßte ihn die Hauptstadt mit einem weltoffenen "Welcome!". München hingegen dirigierte Rattle einst eine "Symphonische Hoagascht" – eine Sinfonie im Geiste bayerischer Volksmusik. Selbst Ministerpräsident Markus Söder gönnt sich gelegentlich einen "Söder-Döner", eine scherzhafte Anspielung auf seinen Namen und die Münchner Vorliebe für Döner Kebabs.
Die Stadt hätte Shanis Ankunft mit einer "Schalom"-Kampagne als Zeichen der Offenheit markieren können. Stattdessen entschied sie sich für "Servus" – ein Wort, das zugleich vertraut und einladend wirkt. Diese Wahl unterstreicht Münchens Art, internationale Persönlichkeiten in die eigene Tradition einzubinden, ohne ihre Herkunft zu übergehen.
Shani steht nun an der Spitze der Philharmoniker in einer Phase neuer Energie. Seine Ankunft hat Münchens Talent bestätigt, externen Einfluss mit lokalem Stolz zu verbinden. Die Geschlossenheit des Orchesters in jüngsten Herausforderungen deutet darauf hin, dass diese Partnerschaft die musikalische Zukunft der Stadt noch lange prägen wird.






