04 April 2026, 12:05

New Yorks Aprilscherz-Umzug entlarvt Medien mit satirischer Tradition seit 40 Jahren

Zeichnung eines Mannes in Zylinder und Frack vor einer Menge mit einer Stange und einem Zaun im Hintergrund, beschriftet mit "Aprilscherz" unten.

New Yorks Aprilscherz-Umzug entlarvt Medien mit satirischer Tradition seit 40 Jahren

New Yorks jährlicher Aprilscherz-Umzug kehrt zurück – mit Satire und Täuschung

Der alljährliche Aprilscherz-Umzug in New York City fand in diesem Jahr wieder statt und führte die Tradition von Spott und Scherz fort. Seit fast vier Jahrzehnten nutzt der Künstler Joey Skaggs die Veranstaltung, um Autoritäten herauszufordern und die Glaubwürdigkeit der Medien auf die Probe zu stellen. Der Umzug entlang der Fifth Avenue verbindet Humor mit scharfer Gesellschaftskritik.

Skaggs lud die Medien 1986 erstmals zu seinem Aprilscherz-Umzug ein. Seither ist die Veranstaltung zur Bühne für seine ausgeklügelten Streiche geworden, die oft zeigen, wie leicht sich Nachrichtenredaktionen in die Irre führen lassen. Zu den Höhepunkten der Vergangenheit gehörten ein Donald-Trump-Doppelgänger-Wettbewerb und eine Y2K-thematisierte "Weltuntergangs"-Party. In diesem Jahr führte ein Präsidenten-Imitator den Umzug an, gefolgt von einer satirischen "Melania-Mockumentary" und einer Lesung der geschwärzten Namen aus den Jeffrey-Epstein-Akten.

Skaggs' Werk beschränkt sich nicht auf den Umzug. 1975 berichtete eine Reihe von Medien ernsthaft über seine erfundene "Katharsis-Lounge", in der Menschen gegen Bezahlung andere anschreien konnten – bis die Widerrufe folgten. In den 1980er-Jahren sorgte der Schwindel mit der "Prominenten-Samenbank" für Schlagzeilen, bis die Täuschung aufflog. 1994 täuschte er die Nachrichtenagentur Associated Press mit einer fiktiven Highschool namens "Sol Mednick" – die peinlichen Entschuldigungen folgten, sobald die Wahrheit ans Licht kam.

Auch andere berühmte Aprilscherze haben Spuren hinterlassen. 1985 veröffentlichte Sports Illustrated eine Geschichte über Hayden "Sidd" Finch, einen erfundenen Pitcher der New York Mets, der angeblich einen 270 km/h schnellen Ball werfen konnte. Der Artikel beschrieb Finch als exzentrisches Genie ohne Baseball-Vergangenheit. 1998 wiederum gab David Bowie eine Party für ein nicht existierendes Verlagsprojekt, das fälschlich dem Schriftsteller William Boyd zugeschrieben wurde – dieser distanzierte sich später von der ganzen Sache.

Trotz der Absurdität erscheinen Jahr für Jahr Fernsehteams und sogar Schulkapellen, um über den Umzug zu berichten oder aufzutreten – nur um festzustellen, dass es keine offizielle Veranstaltung gibt. Skaggs' Streiche offenbaren immer wieder, wie schnell Medien und Institutionen ungewöhnliche Behauptungen unkritisch übernehmen.

Der Umzug bleibt ein fester Bestandteil der New Yorker Kulturszene und verbindet Unterhaltung mit einer Kritik an blindem Vertrauen in Autoritäten. Skaggs' langjährige Täuschungen decken weiterhin Lücken in der Medienrecherche auf und hinterlassen eine Spur von Richtigstellungen und Lehren in Skepsis. Jedes Jahr unterstreicht die Veranstaltung ihre Botschaft: Das Hinterfragen des Status quo kann zugleich unterhaltsam und notwendig sein.

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