17 June 2026, 19:08

P-Konten in der Krise: Warum Betroffene oft ihr eigenes Geld nicht erreichen

Pfändungsschutzkonto: Diakonie Fürth sieht Lücken in der Praxis

P-Konten in der Krise: Warum Betroffene oft ihr eigenes Geld nicht erreichen

Deutschland kämpft mit weitverbreiteten Problemen bei Pfändungsschutzkonten (P-Konten)

Diese Konten sollen die Grundsicherung des Lebensunterhalts gewährleisten – nicht die Schuldenrückzahlung. Doch viele Nutzer haben Schwierigkeiten, auf ihr eigenes Geld zuzugreifen. Eine aktuelle Kampagne lenkt die Aufmerksamkeit auf die wachsenden Sorgen im Umgang mit P-Konten.

Monatlich kommt es bundesweit zu 300.000 bis 350.000 Kontopfändungen. P-Konten schützen einen gesetzlichen Freibetrag von 1.560 Euro pro Monat, der unter bestimmten Bedingungen erhöht werden kann. Dennoch werden Kartenzahlungen oder Bargeldabhebungen am Automaten mitunter abgelehnt – selbst wenn ausreichend Guthaben vorhanden ist.

Laut Gesetz müssen Banken jedes Girokonto auf Antrag in ein P-Konto umwandeln, selbst bei Überziehung. Einige Institute verweigern diese Umstellung jedoch und verstoßen damit gegen die Vorschriften. Gemeinsame Konten können nicht direkt in P-Konten umgewandelt werden, weshalb frühzeitige Schuldenberatung empfohlen wird, um die Kontostruktur zu klären.

Die Aktionswoche Schuldenberatung vom 15. bis 19. Juni widmet sich unter dem Motto „Wie komme ich an mein Geld? Wenn das P-Konto zum Problemkonto wird“ diesen Herausforderungen. Experten raten Betroffenen, realistische und nachhaltige Zahlungspläne zu prüfen, um neue Schulden zu vermeiden. Die Umwandlung in ein P-Konto darf bestehende Konditionen wie Gebühren oder Leistungen nicht verändern.

Das System soll existenzielle Ausgaben schützen – nicht Gläubiger bedienen. Nutzer müssen sich durch rechtliche Vorgaben und Bankpraktiken kämpfen, um an ihr Geld zu kommen. Die Kampagne will Betroffene informieren und Lösungswege aufzeigen.

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