Protestwelle in Halle: Wohnungsunternehmen wehren sich gegen Millionenforderung der Stadt
Lea KrauseProtestwelle in Halle: Wohnungsunternehmen wehren sich gegen Millionenforderung der Stadt
Mitarbeiter der städtischen Wohnungsunternehmen HWG und GWG in Halle haben diese Woche vor dem Rathaus protestiert. Sie richteten sich gegen Pläne der Stadtverwaltung, zusätzliche 21 Millionen Euro von den Unternehmen zu verlangen. Prominente Unterstützer wie Matthias Lux, Vorstand der Stadtwerke Halle, sowie die Wohnungswirtschafts-Chefinnen Jana Kozyk und Simone Danz schlossen sich solidarisierend der Demonstration an.
Die Forderung nach den Zusatzmitteln stößt auf massiven Widerstand. Kritiker argumentieren, dass die beiden Unternehmen in den vergangenen Jahren bereits 180 Millionen Euro in den Haushalt der Stadt Halle eingezahlt hätten. Jens Zillmann, Geschäftsführer des Verbandes der Wohnungswirtschaft Sachsen-Anhalt (VdW), stellte sich hinter die Protestierenden und bezeichnete das Vorgehen der Stadt als ungerecht und nicht zukunftsfähig.
Zillmann warnte, dass die Aufbringung der geforderten 21 Millionen Euro die Unternehmen zwingen würde, Investitionen zu kürzen, die Mieten zu erhöhen oder Immobilien zu verkaufen. Solche Maßnahmen stünden im Widerspruch zu ihrer sozialverträglichen Mietenpolitik, betonte er. Die Demonstranten äußerten zudem Befürchtungen, dass die Pläne zu massiven Arbeitsplatzverlusten und drastischen Mieterhöhungen für die Bewohner Halles führen könnten.
Darüber hinaus kritisierte Zillmann, dass die Stadt dem Druck des Landes nachgebe, ohne die eigentlichen Ursachen des Haushaltsdefizits anzugehen. Er warnte, dass andere Kommunen in Sachsen-Anhalt dem Beispiel Halles folgen könnten, sollte sich dieses Modell durchsetzen – und damit die finanzielle Last auf die Wohnungsunternehmen abwälzen.
Der Protest unterstreicht die wachsenden Spannungen zwischen der Halleschen Stadtverwaltung und ihren Wohnungsanbietern. Sollte die Stadt die Forderung nach 21 Millionen Euro durchsetzen, müssten die Unternehmen möglicherweise ihre Leistungen reduzieren oder die Kosten für die Mieter erhöhen. Das Ergebnis könnte Schule machen und zeigen, wie andere Kommunalverwaltungen ihre Haushalte auf Kosten des sozialen Wohnungsbaus sanieren.






