21 June 2026, 02:04

"Radikale Freundlichkeit" spaltet Österreich: Soll man Schimpfen durch Dankbarkeit ersetzen?

Der Karotte ohne den Stock: Klaus Eckel über radikale Freundlichkeit

"Radikale Freundlichkeit" spaltet Österreich: Soll man Schimpfen durch Dankbarkeit ersetzen?

Ein neues Buch mit dem Titel „Radikale Freundlichkeit“ löst in Österreich eine Debatte aus. Manche fordern ein Verbot, andere sehen darin einen erfrischenden Blick auf alltägliche Frustrationen. Die Autorin schlägt vor, Beleidigungen durch Dankbarkeit und Selbstmitgefühl zu ersetzen.

In Österreich gilt Schimpfen oft als Kraftquelle oder gar als eine Art Yoga. Das Land kennt über 50 Wörter für „Idiot“, darunter „Dodel“, „Wappler“ oder „Vollkoffer“. Doch langsame Fahrer auf der Südautobahn sollen die Einheimischen angeblich eher beflügeln als wütend machen.

Die Verfasserin von „Radikale Freundlichkeit“ rät, Ärgernisse mit Verständnis zu begegnen. Sie plant, Menschen für kleine Unannehmlichkeiten zu danken und sich selbst mit Nachsicht zu behandeln – ein Ansatz, der mit der reichen Schimpfwortkultur der Österreicher kontrastiert.

Zum Vergleich: Isländer verfügen über mehr als 50 Begriffe für Schnee. Die Ideen des Buches stellen kulturelle Normen in beiden Ländern infrage.

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Es plädiert für einen Wandel von Verärgerung zu Dankbarkeit. In Österreich prallen die Thesen auf eine Tradition farbiger Beleidigungen. Ob verboten oder gefeiert – die Diskussion zeigt, wie unterschiedlich Freundlichkeit und Sprache bewertet werden.

Quelle