RAW-Gelände in Berlin: Kultur gegen Wohnungsbau – wer setzt sich durch?
Jonas SchulteRAW-Gelände in Berlin: Kultur gegen Wohnungsbau – wer setzt sich durch?
Die Zukunft des Berliner RAW-Geländes, eines bedeutenden Kulturzentrums, steht auf dem Spiel. Unter dem Motto „RAW für alle – Cassiopeia & Co. müssen bleiben“ fand kürzlich eine Protestkundgebung auf dem Kurfürstendamm statt, bei der mit Livemusik und Reden der Erhalt des Ortes gefordert wurde.
Das RAW-Gelände diente einst als Wartungsstätte für Reichsbahn-Züge, bevor es nach dem Fall der Berliner Mauer verlassen wurde. Heute beherbergt es Dutzende Clubs, Bars, Ateliers, Sporteinrichtungen und kulturelle Räume, die sowohl Partygäste als auch Einheimische und Touristen anziehen.
Im Mittelpunkt des Streits steht die Frage, wie viele Wohnungen in der Nähe der Warschauer Straße und der Spree gebaut werden sollen – und wie viele der historischen Hallen erhalten bleiben. Die Kurth Gruppe, die private Eigentümerin, wirft der Stadt vor, frühere Vereinbarungen gebrochen zu haben, und drängt auf schnellere Baugenehmigungen für den Wohnungsbau. Im Gegenzug werfen Senat und Bezirk der Gruppe vor, die Clubs und das soziokulturelle Leben auf dem Gelände zu gefährden.
Einigen Mietern, darunter dem Club Cassiopeia, wurde bereits die Kündigung zugestellt – der Club droht bereits nächste Woche geräumt zu werden. Eine Petition, die die Kurth Gruppe auffordert, an den Verhandlungstisch zurückzukehren, wurde gestartet und soll diesen Freitag dem Senat überreicht werden.
Der Protest zeigt die Spannung zwischen Entwicklung und Erhalt des RAW-Geländes. Die Petition und die Räumungsdrohungen markieren einen entscheidenden Moment für die Zukunft der Clubs und Kulturstätten. Die nächsten Schritte des Senats werden zeigen, ob eine Einigung möglich ist.
