Rechtsextremer "überzeugter Nazi" zu sechs Jahren Haft verurteilt – Halle atmet auf
Moritz HoffmannRechtsextremer "überzeugter Nazi" zu sechs Jahren Haft verurteilt – Halle atmet auf
Ein 25-jähriger Rechtsextremist, Lucas K., ist nach einer Serie gewalttätiger Angriffe in Halle zu sechs Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt worden. Das Gericht bezeichnete ihn als "überzeugten Nazi" und eine erhebliche Gefahr für die Gesellschaft. Drei weitere Extremisten im Alter von 21 bis 35 Jahren erhielten kürzere Haftstrafen für ihre Beteiligung an den Straftaten.
Lucas K. begann seine Gewaltkampagne am 7. November 2024. Bis Mitte Februar 2025 hatte er drei Schüler einer freien Schule in einem Supermarkt in Halle-Trotha verbal beleidigt und körperlich angegriffen. Schon Wochen zuvor, Ende Januar, hatte er einen Schüler in einem Bus bedroht und attackiert – das Opfer traute sich monatelang nicht mehr, öffentliche Verkehrsmittel zu nutzen.
Am 14. März 2025 feuerte er mit einer umgebauten Gaswaffe auf einen Passanten und streifte dabei dessen Ohr. Trotz seiner Festnahme wurde er von der Polizei wieder auf freien Fuß gesetzt. Weniger als zwei Wochen später beteiligte er sich an einem Angriff auf einen schwarzen Polizisten und dessen hochschwangeren Partner in Halle.
Die Staatsanwaltschaft verwies auf Lucas K.s lange rechtsextreme Vergangenheit. Er bekannte sich offen als Nazi-Skinhead und verbreitete Hasspropaganda im Internet. Aufgrund früherer Verurteilungen hätte er während einiger dieser Taten eigentlich im Gefängnis sitzen müssen. Das Gericht sprach ihn der versuchten schweren Körperverletzung, Bedrohung, rechtsextremer Propaganda und Beleidigung schuldig.
Seit dem rechtsextremen Anschlag auf die Hallesche Synagoge im Oktober 2019 hat die Stadt die Überwachung im öffentlichen Nahverkehr verstärkt, die Polizeistreifen ausgeweitet und Verkehrsmitarbeiter im Umgang mit extremistischer Gewalt geschult. Initiativen wie Halle gegen Rechts und Bundesprogramme zielen darauf ab, den gesellschaftlichen Zusammenhalt gegen Angriffe auf Minderheiten zu stärken.
Das Verfahren endete mit der höchsten Strafe für Lucas K. innerhalb der Gruppe. Seine Mittäter erhielten Haftstrafen zwischen zehn und zwölf Monaten, während ein jugendlicher Beteiligter zu 50 Stunden gemeinnütziger Arbeit verurteilt wurde. Das Urteil folgt auf eine Reihe gewalttätiger Vorfälle in Halle, bei denen Einzelpersonen, Minderheiten und Sicherheitskräfte ins Visier genommen wurden.






