Rheinmetall wächst – doch die Quartalszahlen enttäuschen Analysten und Investoren
Leon SchulzRheinmetall wächst – doch die Quartalszahlen enttäuschen Analysten und Investoren
Rheinmetall verzeichnet stetiges Wachstum im ersten Quartal – doch die Zahlen bleiben hinter den Erwartungen zurück
Der Rüstungskonzern Rheinmetall hat für das erste Quartal ein solides Wachstum gemeldet, auch wenn die Ergebnisse unter den Markterwartungen blieben. Der Umsatz stieg um 8 % auf 1,94 Milliarden Euro, während das operative Ergebnis um 17 % auf 224 Millionen Euro kletterte. Trotz verfehlter Finanzziele ist der Auftragsbestand des Unternehmens um 31 % auf 73 Milliarden Euro angewachsen – erstmals inklusive Marinesysteme.
Der Umsatz erreichte im ersten Quartal 1,94 Milliarden Euro, was einem Anstieg von 8 % im Vergleich zum Vorjahreszeitraum entspricht. Allerdings lag diese Zahl 330 Millionen Euro unter den Prognosen der Analysten. Auch das operative Ergebnis wuchs um 17 % auf 224 Millionen Euro, verblieb jedoch 38 Millionen Euro hinter den Erwartungen.
Rheinmetall-Chef Armin Papperger verwies auf Verzögerungen bei den Verhandlungen mit Lockheed Martin über Produktionsstätten für Raketensysteme. Die Fortschritte seien langsamer als erwartet, doch das Unternehmen prüfe weiterhin mögliche Partnerschaften. Parallel zu den Gesprächen mit Lockheed verhandelt Rheinmetall auch mit Raytheon über gemeinsame Raketenprojekte.
Für die Zukunft führt das Unternehmen Gespräche mit Ländern des Nahen Ostens über die Lieferung von bis zu zehn Luftabwehrsystemen im Jahr 2025. Zudem hat Rheinmetall ein vorläufiges Angebot für die German Naval Yards Kiel abgegeben und prüft eine mögliche Beteiligung an der rumänischen Werft Mangalia. Diese Schritte passen zu den Erwartungen großer Aufträge im Bereich Marinesysteme und militärische Fahrzeuge, die die Geschäftsentwicklung im zweiten Quartal vorantreiben sollen.
Bestätigt wurde auch die Planung, gemeinsam mit dem niederländischen Partner Destinus Marschflugkörper zu produzieren. Die Fertigung soll Ende 2026 oder Anfang 2027 beginnen. Rheinmetall hält an seiner Prognose für 2026 fest und erwartet einen Umsatz zwischen 14 und 14,5 Milliarden Euro bei einer operativen Marge von etwa 19 %.
Die Quartalszahlen von Rheinmetall zeigen zwar Wachstum, doch Umsatz und Ergebnis blieben hinter den Erwartungen zurück. Der stark gestiegene Auftragsbestand und anstehende Verträge im Marine- und Raketenbereich deuten jedoch auf eine vielversprechende Auftragspipeline hin. Mit laufenden Verhandlungen und neuen Partnerschaften bleibt das Unternehmen auf seine langfristigen Finanzziele fokussiert.






