Sachsen-Anhalts Schulen in der Krise: Lehrermangel und sinkende Gymnasialempfehlungen
Leon SchulzLinks: Krise an Haupt- und Realschulen - Sachsen-Anhalts Schulen in der Krise: Lehrermangel und sinkende Gymnasialempfehlungen
Schulen in Sachsen-Anhalt kämpfen mit wachsenden Herausforderungen: Lehrkräftemangel und verschobene Schülerzahlen verändern das Bildungssystem
Während Gymnasien zwar besser aufgestellt sind als andere Schulformen, klaffen auch hier Lücken – gleichzeitig erhalten immer weniger Grundschüler eine Empfehlung für den gymnasialen Bildungsweg. Kritiker warnen, die Lage spitze sich weiter zu, besonders da die Nachfrage nach Sekundar- und Gemeinschaftsschulen steigt.
Die aktuellen Zahlen zeigen einen deutlichen Rückgang der Gymnasialempfehlungen für Viertklässler: Im Schuljahr 2024/25 erhielten nur noch 36,2 Prozent eine solche Empfehlung, im Jahr 2025/26 sank der Wert weiter auf 35 Prozent. Auch die tatsächlichen Übergänge an Gymnasien gingen zurück – von 41,9 auf 40,2 Prozent im gleichen Zeitraum. Dieser Trend steht im Kontrast zu einem Anstieg der Gymnasialempfehlungen in Sachsen-Anhalt um 12 Prozent innerhalb von fünf Jahren, der jedoch weiterhin unter dem Bundesschnitt von 8 Prozent liegt.
Andere Bundesländer verzeichnen stärkere Zuwächse: Bayern und Baden-Württemberg melden Steigerungen von 15 bzw. 14 Prozent, während Nordrhein-Westfalen und Berlin nur moderate Zuwächse von 4 bzw. 2 Prozent verzeichnen. Sachsen-Anhalt hat damit den niedrigsten Anteil an Schülern mit Hochschulreife in ganz Deutschland.
Der Lehrkräftemangel bleibt in allen Schulformen akut. An Gymnasien werden 98 Prozent des erforderlichen Unterrichts abgedeckt, an Sekundarschulen sind es dagegen nur 87 Prozent. Ein neues Verfahren zur schulischen Laufbahnberatung hat die Ungleichgewichte noch verschärft, da mehr Lehrkräfte an Sekundar- und Gemeinschaftsschulen umverteilt werden. Da die Schülerzahlen an diesen Schulen steigen, wächst der Druck auf die ohnehin knappen Ressourcen.
Die Linke schlägt Alarm angesichts der eskalierenden Krise im sachsen-anhaltinischen Schulsystem. Mit sinkenden Übergängen auf das Gymnasium und anhaltendem Personalmangel steht das System unter zunehmender Belastung. Die verstärkte Nachfrage nach Sekundar- und Gemeinschaftsschulen belastet die bereits angespannten Lehrkapazitäten zusätzlich – langfristige Lösungen sind noch nicht in Sicht.






