Streit um Europachaussee: Halle (Saale) setzt auf Minimallösung statt Umgehungsstraße
Jonas SchulteStreit um Europachaussee: Halle (Saale) setzt auf Minimallösung statt Umgehungsstraße
Die CDU-Stadtratsfraktion in Halle (Saale) hat Unmut über die frühzeitige Entscheidung der Stadtverwaltung zur Verlängerung der Europachaussee geäußert. Die Verwaltung hat einen vollständigen Umgehungsweg um Radewell abgelehnt und setzt stattdessen auf eine minimale Aufwertung der bestehenden Strecke. Dieser Schritt stößt bei lokalen Stadträten auf Kritik, die eine gründlichere Prüfung der Alternativen fordern.
In ihrer jüngsten Stellungnahme bestätigte die Verwaltung, dass die Verlängerung der Europachaussee lediglich als minimale Aufwertung umgesetzt werde. Eine vollständige Umgehungsstraße um Radewell wurde explizit ausgeschlossen. Stadtrat Hans-Joachim Berkes zeigte sich enttäuscht und hinterfragte den Zusammenhang zwischen der Haltung der Verwaltung und dem ehemaligen Orgacid-Industriegelände.
Auch der CDU-Stadtrat Daniel Petzold kritisierte, dass zentrale Planungsoptionen ohne ausreichende Diskussion verworfen wurden. Die Fraktion besteht darauf, dass alle tragfähigen Lösungen vor einer endgültigen Entscheidung geprüft werden müssen. Zudem verweisen sie auf verbesserte Förderbedingungen durch die neue Bundesregelung §4a des LuKIFG, die ehrgeizigere lokale Investitionen ermöglichen könnte.
Der Stadtrat hat bereits 15 Millionen Euro aus dem Sonderfonds „Infrastruktur und Klimaneutralität“ für das Projekt bereitgestellt. Die CDU-Fraktion fordert nun, dass neue Planungsvorschläge erarbeitet und in den Fachausschüssen ausführlich beraten werden. Ihrer Ansicht nach sollte der Stadtrat nach einer sorgfältigen Abwägung aller Szenarien über die endgültige Trassenführung entscheiden.
Die Entscheidung der Verwaltung beschränkt die Verlängerung der Europachaussee auf eine minimale Aufwertung ohne Umgehungsstraße um Radewell. Die CDU-Fraktion setzt sich weiterhin für eine umfassende Bewertung aller Optionen ein, bevor eine endgültige Wahl getroffen wird. Die bereitgestellten Mittel und die neuen Bundesvorgaben könnten in den kommenden Monaten die Ausrichtung des Projekts beeinflussen.
