20 April 2026, 08:06

Streit um TKG-Entwurf: Glasfaserausbau und Drittzugang spalten Branche und Politik

Eine Karte der Vereinigten Staaten mit grünen Punkten, die die Standorte von Faserstädten markieren, und begleitendem Text mit zusätzlichen Details.

Streit um TKG-Entwurf: Glasfaserausbau und Drittzugang spalten Branche und Politik

Ein neuer Entwurf des deutschen Telekommunikationsgesetzes (TKG) hat eine Debatte unter Branchenvertretern und Politikern ausgelöst. Die geplanten Änderungen umfassen Regelungen zum Glasfaserausbau und zum Drittzugang zu Netzinfrastrukturen. Unternehmen und Verbraucherverbände haben sich mit gemischten Reaktionen zu Wort gemeldet, noch vor der für Mai erwarteten Kabinettsbefassung mit dem Gesetzentwurf.

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Der TKG-Entwurf führt zwei zentrale Maßnahmen ein: ein Recht auf flächendeckenden Glasfaserausbau nach § 144 sowie eine Verpflichtung für Netzbetreiber, Drittanbietern Zugang zu gewähren (§ 22). Diese Vorhaben zielen darauf ab, den Ausbau der digitalen Infrastruktur zu beschleunigen, stoßen jedoch auf Kritik aus verschiedenen Lagern.

Norbert Westfal, Präsident des Branchenverbands BREKO, betonte, dass sowohl Verbraucher als auch der deutsche Mittelstand – also kleine und mittlere Unternehmen (KMU) – Wettbewerb befürworten. Seine Position deckt sich mit Umfragedaten, wonach 69 % von 500 befragten KMU und 65 % der Verbraucher die Liberalisierung des Telekommunikationsmarktes in den 1990er-Jahren als positive Entwicklung bewerten.

Gleichwohl gibt es Widerstand gegen konkrete Passagen des Entwurfs. Claus Wedemeyer, Leiter der Bereiche Digitalisierung und Demografie beim Wohnungswirtschaftsverband GdW, warnte, § 22 könnte kleinere Anbieter mit Gebühren belasten und damit nur die marktbeherrschenden Unternehmen begünstigen. Stefan Rueter, operativer Geschäftsführer des Glasfasernetzbetreibers OXG, fügte hinzu, dass die zweimonatige Vorlaufzeit für neue Glasfaserprojekte bestehende Ausbaupläne stören könnte.

Andere Stimmen mahnten einen Ausgleich an. Timo von Lepel, Vorstandsvorsitzender von NetCologne, hob die digitale Infrastruktur als entscheidend für Wettbewerbsfähigkeit und Wirtschaftswachstum hervor. Stephan Albers, Geschäftsführer von BREKO, forderte kontinuierliche Investitionsanreize – selbst in wirtschaftlich schwierigen Zeiten. Die hessische Digitalministerin Kristina Sinemus drängte unterdessen auf einen schnelleren Glasfaserausbau und deutete an, dass externer Druck Fortschritte beschleunigen könnte.

Die Bundesregierung arbeitet derzeit an der Überarbeitung des Entwurfs. Philipp Grün, Experte für Telekommunikationsrecht im Bundesministerium für Digitales und Verkehr (BMDV), bestätigte, dass eine überarbeitete Fassung im Mai ins Kabinett eingebracht wird.

Der TKG-Entwurf zielt darauf ab, den telekommunikativen Rechtsrahmen in Deutschland zu modernisieren – durch besseren Glasfaserzugang und mehr Wettbewerb. Doch bleiben Streitpunkte zu Kosten, Zeitplänen und Marktgerechtigkeit ungelöst. Der finale Text, der im kommenden Monat vom Kabinett beschlossen werden soll, wird zeigen, wie diese Bedenken berücksichtigt werden.

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