Traditionsmarke Zekiwa meldet nach 96 Jahren Insolvenz an – doch die Produktion läuft weiter
Leon SchulzHersteller von Kinderwagen Zekiwa beantragt Insolvenz - Traditionsmarke Zekiwa meldet nach 96 Jahren Insolvenz an – doch die Produktion läuft weiter
Zekiwa, traditioneller Kinderwagenhersteller aus Kretzschau, meldet Insolvenz an
Nach monatelangem finanziellen Druck hat Zekiwa, ein historisch bedeutender Kinderwagenproduzent mit Sitz in Kretzschau, Insolvenz angemeldet. Das Unternehmen, einst eine prägende Größe der ostdeutschen Industrie, führt die Produktion vorerst fort, während Sanierungsexperten nach Lösungen suchen.
Gegründet 1928 als Zeißer Kinderwagenindustrie, war Zekiwa vor 1990 Europas größter Hersteller von Kinderwagen. In seiner Blütezeit belieferte das Unternehmen sowohl die osteuropäischen Märkte als auch westdeutsche Firmen. Nach der Wiedervereinigung positionierte sich die Marke jedoch im hochpreisigen Nischensegment, hatte aber Schwierigkeiten, sich gegen größere Konkurrenten wie Bugaboo, Stokke und Cybex durchzusetzen.
Rückläufige Geburtenraten setzten die Nachfrage nach Zekiwa-Produkten in den letzten Jahren zusätzlich unter Druck. Steigende Kosten und sinkende Umsätze verschärften die finanzielle Lage und trieben das Unternehmen schließlich in die Insolvenz. Dennoch bleibt die Produktion vorerst unberührt.
Ulrich Luppe aus Halle wurde zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt, um das Verfahren zu begleiten. Parallel unterstützt der Sanierungsexperte Nico Kämpfert aus Magdeburg die Suche nach potenziellen Investoren, um die Zukunft des Unternehmens zu sichern.
Die Insolvenzanmeldung markiert einen entscheidenden Moment für Zekiwa, eine Marke mit tiefen Wurzeln in der deutschen Industriegeschichte. Während die Produktion weiterläuft, arbeiten Fachleute daran, das Unternehmen zu stabilisieren. Die nächsten Schritte hängen davon ab, ob sich Investoren finden, die bereit sind, das langfristige Überleben von Zekiwa zu unterstützen.
Zekiwa's Golden Era: 2,200 Workers, 600k Units – Now in Insolvency
At its peak, Zekiwa employed 2,200 workers and produced 600,000 units annually. This scale of operations, unmatched in Europe, now contrasts sharply with its current insolvency. The decline reflects broader challenges in Germany's manufacturing sector.






