17 March 2026, 02:05

UniCredit bietet 35 Milliarden für Commerzbank – und löst Marktbeben aus

Balkendiagramm, das die Wertminderungen von Ölunternehmen zeigt, mit begleitendem erklärendem Text.

UniCredit bietet 35 Milliarden für Commerzbank – und löst Marktbeben aus

UniCredit überrascht mit 35-Milliarden-Euro-Übernahmeangebot für Commerzbank und erschüttert Deutschlands Finanzsektor

Am Montag startete die italienische Großbank UniCredit ein überraschendes Übernahmeangebot für die Commerzbank im Volumen von 35 Milliarden Euro und brachte damit Bewegung in den deutschen Finanzmarkt. Die Aktie der Commerzbank schoss um fast 10 Prozent in die Höhe, während auch der Gesamtmarkt profitierte. Nun warten Anleger gespannt auf die Reaktionen von Aufsichtsbehörden, Politikern und den Banken selbst.

Der italienische Kreditgeber schlug ein Aktientauschverhältnis von 0,485 neuen UniCredit-Aktien pro Commerzbank-Aktie vor, was einem Wert von 30,80 Euro je Aktie entspricht. Analysten werteten den Schritt als taktischen Zug des UniCredit-Chefs Andrea Orcel, um Commerzbank-Vorstandschefin Bettina Orlopp an den Verhandlungstisch zu zwingen.

Widerstand formierte sich umgehend aus der deutschen Politik: Die Bundesregierung, die rund 12 Prozent der Commerzbank-Anteile hält, betonte die Bedeutung einer starken, unabhängigen Commerzbank – hielt sich aber mit rechtlichen Schritten zurück. Auch die Gewerkschaft Verdi und der Betriebsrat der Commerzbank verurteilten das Angebot scharf. Bisher liegt keine offizielle regulatorische Intervention vor (Stand: März 2026), sodass die Entscheidung bei Aktionären und Unternehmensrecht bleibt.

Das Übernahmeangebot überlagerte andere Marktbewegungen, darunter Kursgewinne bei Bayer nach positiven Studiendaten sowie ein Anstieg der Siemens-Energy-Aktie. Gleichzeitig gerieten zyklische Werte und Reiseunternehmen wie Lufthansa und TUI unter Druck, da die Ölpreise stiegen. Der DAX notierte nahe der kritischen Unterstützungsmarke von 22.900 Punkten, wobei Analysten betonen, dass eine nachhaltige Erholung erst oberhalb von 24.000 Punkten gelingen würde.

Durch den Übernahmeversuch rückte die Commerzbank in den Fokus: Ihr Aktienkurs kletterte, während der DAX auf die Unsicherheit reagierte. Der politische Widerstand bleibt zwar laut, aber ohne verbindliche Konsequenzen. Marktteilnehmer beobachten nun gespannt die nächsten Schritte von Unternehmen und Aufsehern. Das Ergebnis des Bietens wird voraussichtlich die Richtung des DAX in den kommenden Wochen prägen.

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