Viertägiger Warnstreik im Nahverkehr Sachsen-Anhalts ab Donnerstag
Öffentlich Beschäftigte in Sachsen-Anhalt streiken vier Tage lang ab Donnerstag
Ab dem frühen Donnerstagmorgen werden Beschäftigte im öffentlichen Nahverkehr in Sachsen-Anhalt einen viertägigen Warnstreik durchführen. Der Ausstand folgt dem Scheitern der Verhandlungen zwischen der Gewerkschaft ver.di und dem Arbeitgeberverband Kommunale Arbeitgeberverband (KAV). Die Gewerkschaft lehnte das letzte Angebot ab und fordert eine deutliche Verkürzung der Arbeitszeit bei vollem Lohnausgleich.
ver.di pocht auf eine Reduzierung der wöchentlichen Arbeitszeit von derzeit 38,5 auf 35 Stunden – und das ohne Gehaltseinbußen. Dies würde für die Beschäftigten faktisch 21 zusätzliche bezahlte Freitage pro Jahr bedeuten. Der KAV bezeichnet die Forderung als unrealistisch und verweist auf angespannte Haushaltslagen der Kommunen, die solche Mehrkosten nicht tragen könnten.
Der Arbeitgeberverband hatte bereits ein Kompromisspaket vorgelegt, das drei zusätzliche freie Tage, verbesserte Ruhezeitenregelungen sowie höhere Zuschläge für Nacht- und Sonntagsarbeit umfasste. Trotz dieser Zugeständnisse brach ver.di die Gespräche ab und rief stattdessen zu Streiks auf.
Der KAV warf der Gewerkschaft vor, in dem Konflikt den Bezug zur Realität verloren zu haben. Längere Arbeitsniederlegungen würden die verbleibenden Mitarbeiter und die Fahrgäste unzumutbar belasten. Bereits die mehrtägigen Streiks Ende Februar hatten zu massiven Behinderungen im gesamten Land geführt.
Da keine Einigung in Sicht ist, forderte der KAV ver.di auf, an den Verhandlungstisch zurückzukehren. Der Verband betonte, dass die Beschäftigten im öffentlichen Nahverkehr Sachsen-Anhalts bereits jetzt über überdurchschnittlich gute Arbeitsbedingungen im Vergleich zu anderen Regionen verfügten.
Die Streiks beginnen am frühen Donnerstagmorgen und dauern bis Montagfrüh – ähnlich lang wie die Ausstände im Februar. Im gesamten Nahverkehrsnetz Sachsen-Anhalts ist mit erheblichen Einschränkungen und Verspätungen zu rechnen. Der KAV hält weitere Verhandlungen für den einzigen Weg, die Blockade zu überwinden.






