Wie das Meer eine Schriftstellerin und die Kultur für immer prägte
Das Meer hat seit jeher das Leben, die Musik und die Geschichten geprägt – sowohl auf als auch abseits der Leinwand. Für eine Schriftstellerin war die Kindheit in der Nähe der Howaldtswerke-Werft in Kiel geprägt vom Klang hämmernden Metalls und dem Anblick der gewaltigen Schiffe, die dort entstanden. Diese frühen Eindrücke weckten in ihr eine lebenslange Faszination für die maritime Kultur, von historischen Windjammersegern bis zu den Liedern der Seeleute.
Die Verbindung der Autorin zum Meer begann in Kiel, wo der tägliche Rhythmus des Schiffbaus zum vertrauten Hintergrund ihres Lebens wurde. Bei Familienausflügen klangen oft Seemannslieder von Künstlern wie Freddy Quinn, Lale Andersen und Hans Albers, dessen markante Stimme und Rollen als Seemann ihn zu einer Legende machten. Als "blonder Hans" bekannt, spielte Albers in Große Freiheit Nr. 7 den Matrosen Hannes Kröger, zerrissen zwischen der Liebe zu einer Frau und der Sehnsucht nach dem weiten Ozean. Trotz seiner Fernweh-Passion hält ihn eine unerfüllte Romanze an Land – bis er schließlich an Bord der Padua geht, einer legendären Viermastbark.
Die Padua, 1925 auf der Hamburger Werft Blohm & Voss gebaut, war für die schnelle Salpeterfahrt zwischen Europa und Chile konzipiert. Als einer der letzten großen deutschen Handelswindjammer überquerte sie den Atlantik und umrundete Kap Hoorn, was ihr einen festen Platz in der Seefahrtsgeschichte sicherte. Doch mit dem Aufstieg der motorisierten Schifffahrt in den 1930er-Jahren endete ihre kommerzielle Ära. Heute segelt das Schiff als russisches Schulschiff Krusenstern weiter – ein schwimmendes Relikt aus vergangenen Zeiten.
Die eigene Verbindung der Autorin zur Seefahrt vertiefte sich durch die Musik. Der Gesang im Kirchenchor führte sie zu einer besonderen Begegnung mit einem Mitglied des Lotsen-Gesangvereins, eines 1929 gegründeten Lotsen-Chors. Wie die Padua bewahrte auch dieser Chor die Traditionen des Meeres weit über dessen goldene Ära hinaus.
Von den Kieler Werften bis zur Leinwand hat das Meer seine Spuren in Kultur und Erinnerung hinterlassen. Die Fahrten der Padua und die Filme mit Albers machten das Leben zur See zu unvergänglichen Geschichten, während Lieder und Chöre das Erbe bewahrten. Für die Autorin bleiben diese Fäden – Schiffe, Musik und Geschichte – bis heute zu einer lebenslangen Verbindung mit dem Wasser verwoben.






