02 April 2026, 16:05

Wie Theater hinter Gittern junge Häftlinge in Wiesbaden verändert

Titelblatt eines aufgeschlagenen Buches mit der Aufschrift "Theater: Eine monatliche Besprechung der Dramen, Musik und der schönen Künste", das eine Seite mit Text und Logo zeigt.

Wie Theater hinter Gittern junge Häftlinge in Wiesbaden verändert

Hinter den Mauern des Wiesbadener Jugendgefängnisses gibt ein einzigartiges Theaterprojekt jungen Inhaftierten die Chance, im Rampenlicht zu stehen. Seit über einem Jahrzehnt zieht die jährliche Produktion Besucher in ihren Bann – in diesem Jahr war die Aufführung von DNA des britischen Autors Dennis Kelly innerhalb weniger Tage ausverkauft. Die Initiative unterhält nicht nur, sondern vermittelt den Teilnehmenden auch Fähigkeiten für ein Leben nach der Haft.

Das Projekt startete 2008 und machte die Justizvollzugsanstalt Wiesbaden zum ersten und einzigen deutschen Gefängnis mit einer festen Studiobühne. Jedes Jahr wird ein neues Stück einstudiert und zehnmal aufgeführt, wobei jede Vorstellung rund 80 Zuschauer anlockt. Die diesjährige Wahl, DNA, thematisiert die gefährlichen Gruppendynamiken unter Jugendlichen, die in Gewalt münden können.

Nathalie Meyer, die Kostümbildnerin, wirkt bereits seit zehn Jahren am Projekt mit. Hinter den Kulissen kümmert sich B. – verantwortlich für Licht und Ton – um die technischen Herausforderungen, bleibt aber lieber im Hintergrund. Auf der Bühne bringen die Darsteller – darunter J., der sagt: "Theater lässt mich frei atmen" – die Geschichte mit großer Intensität zum Leben.

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Wenn der Vorhang fällt, brandet lang anhaltender Applaus auf. Die Schauspieler und das Team kehren immer wieder auf die Bühne zurück, verneigen sich vor dem Publikum. Die Erfahrung schenkt den jungen Häftlingen mehr als nur eine Aufführung: Sie stärkt ihr Selbstvertrauen und ihr soziales Verantwortungsbewusstsein.

Das Theaterprogramm bleibt eine seltene Gelegenheit für junge Gefangene, sich künstlerisch auszudrücken. Mit ausverkauften Vorstellungen und einem engagierten Team ist das Projekt ein herausragender Bestandteil der Resozialisierungsbemühungen der Anstalt. Für die Teilnehmenden bietet die Bühne einen Moment der Freiheit – und vielleicht den Weg in eine andere Zukunft.

Quelle