21 March 2026, 04:05

Wie winzige Dörfer in Rheinland-Pfalz das Wahlgeheimnis mit Kreativität schützen

Plakat mit Bäumen und Himmel im Hintergrund, mit dem Text: "Investitionen in Gemeinden: Größte Investition in ländliche Elektrizität seit dem New Deal".

Dierfeld verzeichnet 100-prozentige Wahlbeteiligung - Wie winzige Dörfer in Rheinland-Pfalz das Wahlgeheimnis mit Kreativität schützen

In Rheinland-Pfalz stehen winzige Dörfer vor einer besonderen Herausforderung bei Wahlen: die Wahrung der Wahlgeheimheit bei nur wenigen Einwohnern. Unter den rund 2.300 Gemeinden des Bundeslandes haben etwa 140 weniger als 100 Einwohner. Für diese Orte sind kreative Lösungen nötig, um die gesetzliche Vorgabe von mindestens 30 Stimmzetteln pro Wahlbezirk zu erfüllen.

Dierfeld, die kleinste Gemeinde Rheinland-Pfalz', zählt gerade einmal 15 Einwohner – davon waren bei der jüngsten Landtagswahl acht wahlberechtigt. Um das Wahlgeheimnis zu schützen, schloss sich der Ort mit dem Nachbarort Manderscheid zusammen und bildete einen gemeinsamen Wahlbezirk. Dadurch erreichten beide Gemeinden die geforderte Mindestzahl von 30 Stimmzetteln.

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Die Mühe lohnte sich: Dierfeld verzeichnete eine perfekte Wahlbeteiligung – alle acht Wahlberechtigten gaben ihre Stimme ab. Bürgermeister Roderich von Greve-Dierfeld sammelte die Briefwahlunterlagen persönlich ein und schickte sie ab. Das Dorf, das sich um ein Gutshaus aus dem 16. Jahrhundert gruppiert, wird von Familienmitgliedern und Angestellten des Anwesens bewohnt.

In Hamm, einer etwas größeren Gemeinde mit 16 Einwohnern, fand die Wahl früher im Haus des damaligen Bürgermeisters statt. Auch Hamm muss – ähnlich wie Dierfeld – Improvisationstalent beweisen, um die Wahlgeheimheit zu garantieren. Wie viele Gemeinden in der Region gemeinsam Wahlbezirke nutzen, ist jedoch nicht genau bekannt.

Doch Dierfeld denkt bereits über die Wahl hinaus: Geplant ist ein 15 Hektar großes Solarfeld, das nicht nur erneuerbare Energien fördern, sondern auch lokale gemeinnützige Projekte finanzieren soll.

Gemeinsame Wahlbezirke sind eine praktische Lösung für die kleinsten Dörfer Rheinland-Pfalz'. Durch die Zusammenarbeit – wie zwischen Dierfeld und Manderscheid – lassen sich demokratische Regeln einhalten, ohne das Wahlgeheimnis zu gefährden. Das Solarprojekt zeigt zudem, dass die ländlichen Gemeinden auch in Sachen Nachhaltigkeit voranschreiten wollen.

Quelle