Wirtschaftsexperte Truger warnt vor neuer globaler Krise durch Inflation und Golfkonflikt
Leon SchulzWirtschaftsexperte Truger warnt vor neuer globaler Krise durch Inflation und Golfkonflikt
Deutschlands führender Wirtschaftsexperte Achim Truger warnt vor einer neuen globalen Krise, falls nicht schnell gehandelt wird. Seine Mahnung kommt zu einer Zeit, in der steigende Preise – angeheizt durch den Golfkonflikt – die Volkswirtschaften in ganz Europa zu destabilisieren drohen. Truger fordert eine entschlossene makroökonomische Reaktion, um tiefere Finanzturbulenzen zu verhindern.
Truger hat eine Reihe dringender Maßnahmen vorgeschlagen, um die Wirtschaft vor einer galoppierenden Inflation zu schützen. Er empfiehlt, die strengen Schuldenbremse-Regeln vorübergehend auszusetzen und Notfallklauseln zu aktivieren, um gezielte, kurzfristige Hilfsprogramme zu finanzieren. Dadurch könnten Regierungen Entlastungen bereitstellen, ohne die langfristige Schuldenlast zu verschärfen.
Um Haushalte und Unternehmen zu entlasten, schlägt er vor, Preisobergrenzen für Grundgüter wie Gas, Öl und Strom wieder einzuführen. Diese "intelligent gestalteten" Preisbremse sollten extreme Preissprünge verhindern, ohne die Marktstabilität zu gefährden. Zudem unterstützt Truger eine einmalige Inflationsausgleichsprämie, die steuer- und sozialabgabenfrei wäre, um Arbeitgeber zu direkten Zahlungen an Beschäftigte zu motivieren.
Seine Warnungen folgen auf frühere Fehleinschätzungen der Europäischen Zentralbank (EZB), die die Inflationsrisiken nach Russlands Invasion in der Ukraine 2022 zunächst verharmlost hatte. Als die Teuerungsrate im Euroraum später auf über 10 Prozent kletterte, reagierte die EZB mit drastischen Zinserhöhungen – Schritte, die Truger zufolge die wirtschaftliche Erholung abwürgen könnten. Stattdessen plädiert er für eine gemeinsame Anstrengung von Regierungen und Sozialpartnern, um die Lohn-Preis-Spirale zu durchbrechen, bevor sie sich verfestigt.
Für EU-Mitglieder mit schwächeren Haushalten schlägt Truger vor, auf europäischer Ebene gemeinsame Unterstützungsmechanismen zu schaffen. Dies würde Ländern helfen, die die Krise nicht aus eigener Kraft bewältigen können, und eine einheitlichere Reaktion auf den drohenden Preisschock ermöglichen.
Trugers Vorschläge zielen darauf ab, frühere wirtschaftspolitische Fehler zu vermeiden und gleichzeitig anfällige Volkswirtschaften abzusichern. Wird sein Plan umgesetzt, würde er Schuldenflexibilität, Preiskontrollen und direkte finanzielle Entlastungen kombinieren. Das Ziel: die Märkte zu stabilisieren, ohne auf aggressive Zinserhöhungen zurückzugreifen, die das Wachstum weiter schädigen könnten.






