05 April 2026, 06:06

Wuppertal steht vor doppelter Führungskrise im Sparhaushaltsjahr

Ein Stadtplatz mit einem zentralen Brunnen, umgeben von Bänken, Topfpflanzen, Straßenlaternen und -pfosten, einem Uhrenturm und Gebäuden im Hintergrund unter einem klaren blauen Himmel.

Wuppertal steht vor doppelter Führungskrise im Sparhaushaltsjahr

Wuppertal verliert in den kommenden Monaten zwei von sechs Dezernenten

In den nächsten Monaten wird Wuppertal zwei seiner sechs Dezernenten verlieren: Finanzdezernent Thorsten Bunte wechselt in seine Heimatstadt Dortmund, und Stadtdirektor Matthias Nocke scheidet ebenfalls aus dem Amt aus. Beide Abgänge erfolgen zu einem kritischen Zeitpunkt, da die Stadt gerade einen Sparhaushalt vorbereitet.

Thorsten Bunte leitet seit 2009 das Finanzressort Wuppertals – eine ungewöhnlich lange Amtszeit von 17 Jahren im Vergleich zu ähnlichen Positionen in anderen nordrhein-westfälischen Großstädten. Sein Gehalt stieg von etwa 140.000 auf über 220.000 Euro jährlich an und liegt damit höher als das seiner Kollegen in Essen (200.000 Euro) oder Duisburg (190.000 Euro). Trotz seiner langen Dienstzeit gibt es aus einigen Lagern Kritik am Zeitpunkt seines Abschieds, der als abrupt bezeichnet wird. Bunte bleibt bis zur Verabschiedung des Haushalts im Amt; ein Nachfolger könnte bereits im Juni gewählt werden.

Matthias Nocke, zuständig für Stadtverwaltung und Kultur, erlebte einen umstrittenen Abgang: Selbst Mitglieder seiner eigenen Partei sprachen sich gegen seine Wiederbestellung aus, was schließlich zu seiner Abberufung führte. Für seine Nachfolge ist bereits ein Auswahlgremium aktiv – ein ähnliches Verfahren wird bald auch für Buntes Nachfolger eingeleitet.

Die personellen Wechsel fallen zusammen mit Wuppertals Plänen für einen Sparhaushalt, der auch Kürzungen im kommunalen Personal vorsieht. Die Stadt steht nun vor der Herausforderung, zwei Schlüsselpositionen neu zu besetzen – und das unter finanziellen Zwängen.

Mit dem Ausscheiden der beiden Dezernenten muss Wuppertal zügig Ersatz finden. Die anstehenden Sparmaßnahmen und die Haushaltsfinalisierung erhöhen den Druck auf den Übergangsprozess. Beide Positionen sollen in den kommenden Wochen über strukturierte Auswahlverfahren neu besetzt werden.

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