30 March 2026, 20:07

Berlin erzwingt mehr Lehrstellen – oder Unternehmen zahlen die Ausbildungsabgabe

Logo der Berlin Finance Initiative mit einem blauen Kreis mit weißer Umrandung und einem weißen "B" in der Mitte, umgeben von einem weißen Ring mit blau-weißem Karomuster, auf einem weißen Hintergrund mit fettem schwarzem Text "Berlin Finance Initiative."

Berlin erzwingt mehr Lehrstellen – oder Unternehmen zahlen die Ausbildungsabgabe

Berlin führt Ausbildungsabgabe ein, um Betriebe zu mehr Lehrstellen zu verpflichten

Ab 2028 müssen Unternehmen in Berlin mit mindestens zehn Beschäftigten eine Ausbildungsquote von 4,6 Prozent erfüllen – oder eine Strafe zahlen. Mit der neuen Regelung will die Stadt dem Rückgang an Ausbildungsplätzen entgegenwirken.

Das Berliner Abgeordnetenhaus hat kürzlich die sogenannte Ausbildungsabgabe beschlossen, die sich gegen Firmen richtet, die zu wenige Lehrstellen anbieten. Aktuell gibt es in der Hauptstadt rund 25.000 Betriebe mit mindestens zehn Mitarbeitenden, doch die Ausbildungsquote liegt bei nur 3,1 Prozent – und damit im Bundesschnitt. Künftig müssen Unternehmen, die die 4,6-Prozent-Marke verfehlen, finanziell zur Kasse gebeten werden.

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Durch die Abgabe sollen jährlich etwa 75 Millionen Euro eingenommen werden, die nicht konforme Betriebe in einen zentralen Fonds einzahlen müssen. Kritiker aus der Startup-Szene halten die Maßnahme jedoch für verfehlt. Ralph Hage, Gründer von Lap Coffee, nennt sie ein "falsches Signal" und erklärt, sein Unternehmen setze auf Automatisierung und moderne Schulungsmethoden statt auf klassische Berufsausbildungen.

Andere, wie Marius Meiners von Peec AI, geben zu, dass sie aufgrund hoher Arbeitsbelastung keine Kapazitäten für Auszubildende hätten. Meiners sagt, er würde lieber die Strafe zahlen, als Lehrlinge einzustellen. Moritz Kreppel, Gründer von Urban Sports Club, kritisiert die Regelung als ungerecht, da sie Startups für Stellen bestrafe, die sich nicht für Ausbildungsmodelle eigneten.

Agnieszka Walorska vom Fintech-Unternehmen Mika verweist auf ein anderes Problem: das sinkende Interesse junger Menschen an traditionellen Berufsausbildungen. Sie sieht die Ursache nicht bei den Unternehmen, sondern in veränderten Karrierevorstellungen der Jugend.

Die neue Abgabe tritt 2028 in Kraft und zwingt Betriebe, entweder ihre Ausbildungsprogramme auszubauen oder finanziell beizutragen. Mit geschätzten 75 Millionen Euro jährlichen Einnahmen könnte der Fonds die berufliche Bildung in Berlin neu gestalten. Doch Kritiker warnen, dass die Maßnahme vor allem Startups belasten und die tieferliegenden Herausforderungen auf dem Arbeitsmarkt nicht lösen werde.

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