Ehegattensplitting begünstigt Spitzenverdiener immer stärker – neue IW-Studie enthüllt Ungleichheit
Jonas SchulteEhegattensplitting begünstigt Spitzenverdiener immer stärker – neue IW-Studie enthüllt Ungleichheit
Deutschlands Ehegattensplitting begünstigt Spitzenverdiener heute weit stärker als vor einem Jahrzehnt
Neue Daten des Kölner Instituts für Wirtschaftsforschung (IW) zeigen: Die obersten 10 Prozent der Haushalte – also solche mit einem Einkommen von über 150.000 Euro – profitierten 2025 mit 45 Prozent von den jährlichen Steuerersparnissen in Höhe von 25 Milliarden Euro. Das ist ein deutlicher Anstieg gegenüber 35 Prozent im Jahr 2016, während einkommensschwächere Familien einen immer kleineren Anteil erhielten.
Die IW-Analyse, die auf Zahlen des Statistischen Bundesamts basiert, offenbart, wie ungleich die Steuerentlastungen verteilt sind: Haushalte mit einem Einkommen unter 50.000 Euro erhielten 2025 nur noch 8 Prozent der Vorteile – 2016 waren es 15 Prozent. Die mittlere Einkommensgruppe hielt dagegen ihren Anteil von 20 bis 25 Prozent stabil.
Den größten Teil der Ersparnisse – 90 Prozent – erhalten verheiratete Paare mit Kindern. Davon entfallen 67 Prozent auf Eltern mit minderjährigen oder noch in Ausbildung befindlichen Kindern. Die restlichen 30 Prozent kommen Familien zugute, deren Kinder bereits erwachsen sind und keine Ausbildung mehr absolvieren.
Besonders begünstigt werden Doppelverdiener-Haushalte, die 63 Prozent der Vorteile erhalten. Einverdienerehepaare kommen hingegen auf 37 Prozent der Ersparnisse. Kinderlose Ehepaare profitieren am wenigsten: Sie erhalten nur 9 Prozent der gesamten Entlastung, was etwa 2,2 Milliarden Euro entspricht.
Jede Reform des Ehegattensplittings würde Einverdienerehepaare am stärksten treffen. Das aktuelle System gewährt die höchsten Steuervergünstigungen Spitzenverdienern und Eltern mit unterhaltsberechtigten Kindern. Eine Debatte über mögliche Änderungen müsste diese ungleiche Verteilung berücksichtigen.






