Apothekensterben auf dem Land: Warum immer mehr Filialen vor dem Aus stehen
Apothekensterben auf dem Land: Warum immer mehr Filialen vor dem Aus stehen
Staatssekretärin Dr. Sonja Optendrenk vom Hessischen Gesundheitsministerium traf sich mit Noweda-Chef Dr. Michael Kuck, um die sich verschärfende wirtschaftliche Notlage deutscher Apotheken zu erörtern. Im Mittelpunkt der Gespräche standen die anhaltende Schließungswelle, unfaire Wettbewerbsbedingungen und der dringende Handlungsbedarf für politische Reformen, um die flächendeckende Gesundheitsversorgung zu sichern.
Seit Inkrafttreten des Apothekenversorgungs-Weiterentwicklungsgesetzes (ApoVWG) im Jahr 2023 sehen sich vor allem ländliche Apotheken zunehmend unter finanziellen Druck gesetzt. Alle 20 Stunden schließt eine Filiale – getrieben von stagnierenden Festbeträgen wie dem Packungsfixum und unzureichendem Schutz vor Online-Konkurrenten. Zwar gab es kleinere Entlastungen, etwa die 2023 eingeführte Ersatzabgabe von 0,50 Euro, doch die Rentabilität leidet weiter unter Personalmangel und steigenden Betriebskosten.
Der Entwurf für das ApoVWG 2025/2026 sieht zwar eine Ausweitung der Apothekenleistungen vor – etwa bei Impfungen und Präventionsprogrammen –, doch die Festbeträge sollen unverändert bleiben. Kritiker, darunter Landesregierungen und der Apothekerverband ABDA, warnen: Ohne höhere Vergütung werden sich die Versorgungslücken auf dem Land weiter verschärfen. Hessen lehnt das Modell einer "Apotheke ohne Apotheker" explizit ab und hatte im Bundesrat angepasste Zahlungsregelungen gefordert.
Optendrenk betonte, dass wirtschaftlich stabile Apotheken für ein funktionierendes Gesundheitssystem unverzichtbar seien – besonders in abgelegenen Regionen, wo sie oft erste Anlaufstelle für medizinische Beratung sind. Kuck pflichtete ihr bei und argumentierte, dass Apotheken und Großhändler im Vergleich zu Versandapotheken mehr Leistung erbrächten, aber strengeren Auflagen unterlägen. Er forderte ein Ende der Ungleichbehandlung, fairere Vergütungsmodelle und eine Stärkung der Festbeträge, um die Zukunftsfähigkeit zu sichern.
Beide wiesen darauf hin, dass zuverlässige Finanzierung nicht nur eine wirtschaftliche, sondern auch eine demokratische Frage sei: Denn der gleichberechtigte Zugang zu Medikamenten hänge maßgeblich von einem intakten Apothekennetz vor Ort ab.
Das Treffen unterstrich die Forderung nach sofortigen Nachbesserungen am ApoVWG. Bund, Länder und Branchenvertreter sind sich einig: Höhere Festbeträge und faire Wettbewerbsregeln sind unverzichtbar. Ohne diese Änderungen droht eine Beschleunigung der Schließungswelle auf dem Land – mit gravierenden Folgen für die Gesundheitsversorgung in ganz Deutschland. Die Weichenstellung im Entwurf 2025/2026 wird zeigen, ob die lokalen Apotheken die aktuelle Krise überstehen können.
Thüringenkolleg Weimar stoppt Aufnahme neuer Studierender ab 2025
Eine Institution für Spätstarter steht vor dem Aus. Während Politiker um Alternativen ringen, bangt eine Generation um ihre zweite Chance auf das Abitur.
Leverkusen trotzt Arsenal im Champions-League-Kracher – kann der Underdog überraschen?
Mit einer eisernen Abwehr und vier Siegen gegen englische Teams in den letzten fünf Duellen geht Leverkusen als Außenseiter ins Rennen. Doch Arsenal dominierte seine Gruppe perfekt – wer setzt sich durch?
Interaktives Detektivtheater Promiclash feiert Premiere in Wiesbaden
Wiesbadens kulturelles Erbe wird zur Bühne: Mit persönlichen Gegenständen und Improvisation jagen Zuschauer verborgene Geschichten. Wer lügt, wer lügt nicht?
SPD plant Reform: Höhere Festvergütung soll Apotheken in Deutschland retten
Ohne finanzielle Unterstützung drohen viele Apotheken die Schließung. Doch die SPD hat einen Plan, der nicht nur die Kassen füllt, sondern auch die Versorgung sichert.
Neuer Mordprozess nach 33 Jahren: Was 1993 auf dem Reiterhof wirklich geschah
Ein ungelöster Jugendmord kehrt vor Gericht zurück. Warum die Justiz nach Jahrzehnten noch immer um die Wahrheit ringt – und was der Angeklagte heute sagt.
610.000 Euro als "Ostergeschenk"? Gericht kippt steuerfreie Bargeldzuwendungen
Ein Sohn kassierte 610.000 Euro von seinem Vater – und nannte es "übliche Gelegenheitsgeschenke". Doch das Finanzgericht urteilte anders. Warum selbst Familienzuwendungen steuerlich zur Falle werden können.
FC Bayern trifft auf Atalanta: Wer setzt sich im Achtelfinale der Champions League durch?
Die Bayern sind souverän in die K.-o.-Phase gestartet, doch Atalantas jüngster Sieg gegen den BVB macht die Italiener zum unberechenbaren Gegner. Ein Duell voller Taktik und Leidenschaft.
Merz empfängt Babiš in Berlin: EU-Gipfel und bilaterale Themen im Fokus
Ein Treffen mit Symbolkraft: Während militärische Ehren den tschechischen Premier begrüßen, geht es hinter verschlossenen Türen um Europas Zukunft. Was Merz und Babiš für den Gipfel planen.
1.300 Bäckereibeschäftigte erhalten ab April 2023 stufenweise Lohnerhöhungen bis 2028
Mehr Geld und Planungssicherheit: Die Gewerkschaft NGG und Aryzta einigten sich auf stufenweise Lohnerhöhungen. Warum das für die Branche ein Signal ist.
Sachsen-Anhalt sucht dringend Fachkräfte für Fahrlehrerprüfungen
Die Zahl der Fahrlehrerprüfungen steigt rasant – doch wer prüft die künftigen Ausbilder? Sachsen-Anhalt hofft auf engagierte Pädagogen und erfahrene Fahrlehrer.
Apothekensterben auf dem Land: Warum immer mehr Filialen vor dem Aus stehen
Ländliche Apotheken kämpfen ums Überleben, während die Politik zögert. Ohne Reformen droht eine Gesundheitslücke, die Millionen betrifft – besonders in abgelegenen Regionen.
Brandenburg testet neue Notdienst-Regeln für gestresste Land-Apotheker
Jede 13. Nacht im Einsatz war zu viel: Nun soll eine Reform Apotheker wie Peter Schmieder entlasten. Doch reicht das, um die Versorgung in ländlichen Regionen zu sichern?