Hanau-Gedenken: Familie von Hamza Kurtović fordert sechs Jahre nach dem Anschlag Gerechtigkeit
Erinnerung an die Opfer von Hanau - Wulff fordert Vielfalt - Hanau-Gedenken: Familie von Hamza Kurtović fordert sechs Jahre nach dem Anschlag Gerechtigkeit
Sechs Jahre nach dem rassistischen Anschlag von Hanau: Familie von Hamza Kurtović kämpft weiter um Gerechtigkeit
Angehörige und Freunde versammelten sich, um an Hamza Kurtović zu erinnern – sechs Jahre nach seinem Tod bei dem rassistischen Anschlag in Hanau. Die Gedenkveranstaltung fand statt, während seine Familie weiterhin auf Gerechtigkeit pocht: Ende 2023 reichte sie eine Beschwerde beim Bundesverfassungsgericht ein. Unterdessen schloss sich Altbundespräsident Christian Wulff den Forderungen nach entschlossenerem Vorgehen gegen Diskriminierung an.
Zum Jahrestag des Massakers hielten Vertreter Hessens, Hanaus und der Bundesregierung eine schweigende Mahnwache ab. Wulff besuchte gemeinsam mit Hamzas Vater, Armin Kurtović, das Grab des Opfers – die Familie selbst nahm jedoch nicht an der offiziellen Zeremonie teil. In einer Rede kritisierte Wulff die deutsche Tendenz, Diskriminierung zu ignorieren, und mahnte, gesellschaftliche Ausgrenzung konsequenter zu bekämpfen.
Die Familie Kurtović stellt seit Langem die Aufarbeitung des Falls infrage. Bereits 2023 hatte sie die Ermittlungen angefochten, doch das Oberlandesgericht Frankfurt wies die Klage ab. Ihre jüngste Beschwerde, im November eingereicht, zielt auf die rechtlichen Umstände im Zusammenhang mit dem Tod ihres Sohnes – insbesondere auf die verriegelte Notausgangstür während des Angriffs.
Seit 2020 reichen die öffentlichen Reaktionen von Wut bis zu vorsichtigem Hoffnungsschimmer. Graswurzelbewegungen wie die Bildungsinitiative Ferhat Unvar – gegründet von der Mutter eines weiteren Opfers – setzen ihre Antirassismus-Arbeit fort. Doch allgegenwärtige Alltagsdiskriminierung, behördliche Versäumnisse und der starke Wahlerfolg der AfD in Hessen 2023 deuten auf zähe Fortschritte im Kampf gegen Hasskriminalität hin.
Die Gedenkveranstaltung markierte sechs Jahre seit dem Anschlag – doch viele Fragen sind ungeklärt. Während die Familie Kurtović juristisch weiterkämpft, diskutieren Aktivist:innen und Verantwortliche über Strategien zur Verhinderung weiterer Gewalt. Bis auf Weiteres bleiben die Forderungen nach Aufklärung und strukturellem Wandel so präsent wie die Trauer.
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