Frauen prägen Apotheken – doch Lohnlücke und Care-Arbeit bleiben ungelöst

Lea Krause
Lea Krause
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Ein Schwarz-Weiß-Foto einer Gruppe von Frauen, die um einen Tisch in einer Apotheke stehen, mit verschiedenen Gegenständen auf dem Tisch und Regalen mit Flaschen im Hintergrund, mit Text und einem Stempel unten auf dem Bild.Lea Krause

Frauen prägen Apotheken – doch Lohnlücke und Care-Arbeit bleiben ungelöst

Frauen dominieren die Apothekenbranche in Deutschland – doch Lohnungleichheit und Care-Arbeit bleiben Herausforderungen

Fast 90 Prozent aller Beschäftigten in deutschen Apotheken sind Frauen. Trotz ihrer starken Präsenz kämpft der Sektor weiterhin mit Problemen wie der bundesweiten Lohnlücke zwischen den Geschlechtern und ungleichen Betreuungspflichten. Aktuelle Daten zeigen sowohl Fortschritte als auch anhaltende Missstände im Berufsfeld.

Im Jahr 2024 arbeiteten rund 162.000 Menschen in öffentlichen Apotheken in Deutschland. Der Frauenanteil lag bei 89,2 Prozent der Gesamtbelegschaft – ein Anstieg von etwa 72 Prozent im Jahr 2010. Dieser Zuwachs geht vor allem auf mehr weibliche Pharmazeutisch-technische Assistentinnen (PTA) und Pharmazeutisch-kaufmännische Angestellte (PKA) zurück, während die Beteiligung von Männern stagniert oder leicht zurückgegangen ist.

Besonders ausgeprägt ist das Geschlechterungleichgewicht in bestimmten Berufen: Unter den PTA sind 96,6 Prozent Frauen, bei den PKA sogar 97,5 Prozent. Auch in qualifizierten Positionen sind Frauen in der Überzahl – 74,1 Prozent der approbierten Apothekerinnen und 74,8 Prozent der Apothekerinnen in der Ausbildung sind weiblich.

Doch strukturelle Probleme bestehen fort. Die geschlechtsspezifische Lohnlücke in Deutschland beträgt etwa 16 Prozent, was bedeutet, dass Frauen im Schnitt 4,10 Euro weniger pro Stunde verdienen als Männer bei vergleichbarer Arbeit. Apothekenmitarbeiterinnen bewältigen anspruchsvolle Aufgaben wie Patientenberatung, Arzneimittelsicherheit und administrative Tätigkeiten – viele stemmen zusätzlich einen Großteil der Care-Arbeit zu Hause. Frauen übernehmen nach wie vor zwei Drittel der Kinderbetreuung, den Löwenanteil der Hausarbeit und den Großteil der Pflege von Angehörigen.

Gefordert werden bessere Arbeitsbedingungen, darunter flexiblere Arbeitszeiten, um Beruf und Privatleben besser vereinbaren zu können. Befürworter drängen die Politik zudem, Teilzeitarbeit stärker abzusichern und Care-Arbeit stärker in der Rentenberechnung anzuerkennen.

Die Apothekenbranche bleibt eine domänenstarke Frauenbranche, in der Frauen auf allen Ebenen die Mehrheit stellen. Dennoch wirken sich Lohnungerechtigkeiten und die Doppelbelastung durch Care-Arbeit weiterhin auf die Beschäftigten aus. Mehr Flexibilität und eine höhere Wertschätzung von Sorgearbeit könnten dazu beitragen, diese langjährigen Herausforderungen zu bewältigen.

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