Bundestag beschließt neues Gesetz für faire Löhne bei öffentlichen Aufträgen

Leon Schulz
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Ein Plakat mit zwei Personen vor einer Bergkulisse und der Aufschrift "Was unser freier Handel bedeutet - Britischer Granit Arbeiter - Die Fair-Wage-Klausel ist in Ordnung, aber ich will Arbeit."Leon Schulz

Tariff Loyalty Act Passed - Bundestag beschließt neues Gesetz für faire Löhne bei öffentlichen Aufträgen

Der Bundestag hat das Gesetz zur fairen Vergabepraxis verabschiedet, eine Regelung, die sicherstellen soll, dass öffentliche Aufträge nur an Unternehmen vergeben werden, die faire Arbeitsbedingungen bieten. Die Gesetzesvorlage zielt auf Bundesbau- und Dienstleistungsverträge mit einem Volumen von mindestens 50.000 Euro ab, wobei für bestimmte Verträge eine Grenze von 100.000 Euro gilt. Opposition und Koalitionsparteien reagierten mit gemischten Bewertungen zu Umfang und Wirkung des Gesetzes.

Das neue Gesetz schreibt vor, dass Unternehmen, die sich um Bundesaufträge bewerben, faire Lohnstandards einhalten müssen. Es umfasst Bau- und Dienstleistungsverträge, schließt jedoch Lieferverträge sowie alle Beschaffungen der Bundeswehr aus. Die SPD, die treibende Kraft hinter der Reform, argumentierte, das Gesetz werde die Unterbietung von Löhnen auf Kosten der Steuerzahler stoppen. Die Partei verband das Vorhaben zudem mit den größeren Infrastrukturplänen der Regierung und betonte, dass starke Arbeitsschutzregeln mit öffentlichen Investitionen einhergehen müssten.

Die CDU/CSU unterstützte das Gesetz, äußerte jedoch Zweifel an seiner praktischen Wirksamkeit. Die finale Kompromisslösung wurde als unzureichend kritisiert – ob die Ziele damit erreicht werden, blieb offen. Die Grünen und die Linke begrüßten zwar die Maßnahme, warfen der Koalition aber vor, sie zu sehr verwässert zu haben. Die AfD lehnte das Gesetz rundweg ab und bezeichnete es als "Zwangskollektivvertrags-Durchsetzungsgesetz".

Noch ausstehend ist die Zustimmung des Bundesrates, der in den Sitzungen am 6. und 27. März 2026 über das Gesetz entscheiden wird. Anders als bei manchen Vorlagen erfolgt keine separate Prüfung durch die einzelnen Bundesländer – stattdessen ist die Zustimmung des Bundesrates als Ganzes erforderlich.

Das Gesetz gilt künftig für Bundesaufträge oberhalb der festgelegten finanziellen Schwellenwerte, ausgenommen sind Rüstungs- und Lieferverträge. Seine Verabschiedung markiert einen Schritt zur Durchsetzung fairer Löhne in öffentlich finanzierten Projekten. Der nächste entscheidende Schritt hängt nun von der Bundesratsabstimmung im Frühjahr 2026 ab.

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