Traditionsverlag Militzke schließt nach Jahrzehnten seine Pforten
Magdeburger Schulbuchverlag Militzke schließt Geschäftsbetrieb - Traditionsverlag Militzke schließt nach Jahrzehnten seine Pforten
Der Militzke Verlag, ein traditionsreicher Bildungsverlag mit Sitz in Magdeburg, stellt nach Jahrzehnten seine Arbeit endgültig ein. Das Unternehmen meldete Ende Januar 2023 Insolvenz an, nachdem es jahrelang mit finanziellen Schwierigkeiten zu kämpfen hatte. Trotz Bemühungen um eine Rettung fand sich kein Investor, der den Verlag im Unternehmensregister übernehmen wollte.
Der Verlag war auf Schulbücher und Lehrmaterialien für alle Schulstufen spezialisiert – von der Grundschule bis zur Sekundarstufe II sowie für die berufliche Ausbildung. Doch ein drastischer Umsatzrückgang, der laut Berichten im zweistelligen Bereich lag, ließ dem Unternehmen keine überlebensfähige Perspektive.
Das zentrale Problem war der massive Lehrkräftemangel an Schulen. Da immer weniger Lehrkräfte verfügbar waren, fielen Unterrichtsstunden aus, und die Nachfrage nach gedruckten Bildungsmedien brach ein. In den vergangenen fünf Jahren sahen sich auch andere große Verlage wie Klett, Cornelsen und Westermann mit ähnlichen Herausforderungen konfrontiert: Sie kämpften mit sinkenden Verkaufszahlen im klassischen Printbereich und dem Druck, sich im Rahmen des DigitalPakts Schule digital zu wandeln.
Nach dem Scheitern der Suche nach einem Käufer gab der Militzke Verlag bekannt, alle Geschäftsaktivitäten bis zum 1. April 2023 einzustellen. Vier Mitarbeiter erhielten im Zuge der Schließung bereits ihre Kündigungen.
Mit der Schließung endet die jahrzehntelange Präsenz des Militzke Verlags im Bildungssektor. Die verbleibenden Aktivitäten werden in den kommenden Wochen eingestellt, weitere Verkäufe oder Produktionen wird es nicht mehr geben. Die Insolvenz unterstreicht die grundsätzlichen Schwierigkeiten, vor denen traditionelle Verlage in einem sich wandelnden Schulsystem stehen.
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