Hamburgs 668. Matthiae-Mahl: Wie die Stadt ihre Handelsmacht in unsicheren Zeiten verteidigt

Leon Schulz
Leon Schulz
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Ein Plakat, das das US-Handelsdefizit nach Ländern in Milliarden US-Dollar zeigt, mit farbigen Kreisen für jedes Land und begleitendem Text für weitere Informationen.Leon Schulz

Tschentscher kritisiert US-Handelspolitik - Hamburgs 668. Matthiae-Mahl: Wie die Stadt ihre Handelsmacht in unsicheren Zeiten verteidigt

Hamburgs 668. Matthiae-Mahl: Europas Souveränität im geopolitischen Umbruch

Am vergangenen Wochenende fand in Hamburg das 668. Matthiae-Mahl statt – ein Festmahl mit rund 400 Gästen unter dem Motto "Europas Souveränität in einer geopolitischen Zeitenwende". Die traditionsreiche Veranstaltung, die erstmals 1356 abgehalten wurde, ehrte die lange Handelsgeschichte der Stadt und setzte sich zugleich mit aktuellen wirtschaftlichen Herausforderungen auseinander. Zu den prominenten Gästen zählten die ehemalige Bundeskanzlerin Angela Merkel und der Präsident des Europäischen Rates, António Costa.

Im Mittelpunkt stand Hamburgs enge Verbindung zum Welthandel, wobei die USA und China nach wie vor zu den wichtigsten Partnern gehören. Doch Bürgermeister Peter Tschentscher übt Kritik an der Zollpolitik des früheren US-Präsidenten Donald Trump und verwies auf deren schädliche Auswirkungen. Allein in den ersten drei Quartalen 2025 brachen Hamburgs Exporte in die USA aufgrund neuer Handelsbarrieren um über 60 Prozent ein. Trotz dieses Rückgangs verzeichnete die Stadt insgesamt ein Exportwachstum – ein Zeichen für die Neuausrichtung auf andere Märkte.

Hamburg setzt seit Langem auf Freihandel und EU-Abkommen wie CETA oder das Mercosur-Abkommen, um seine Wirtschaftsbeziehungen zu diversifizieren. Dennoch bleibt die Stadt anfällig für geopolitische Spannungen, Lieferkettenprobleme und plötzliche politische Kurswechsel. So trafen die jüngsten US-Zölle 2025 etwa den deutschen Zulieferer SAF-Holland hart: Der Umsatz sank um 8 Prozent auf 1,73 Milliarden Euro, da das US-Geschäft nachgab und Investoren zögerten.

Vor diesem Hintergrund betonte das Matthiae-Mahl Hamburgs Entschlossenheit, widerstandsfähig zu bleiben. Führungspersönlichkeiten unterstrichen die Notwendigkeit stärkerer Partnerschaften und neuer Handelswege, um die Zukunft der Stadt als globalen Handelsplatz zu sichern.

Das diesjährige Festmahl unterstrich Hamburgs Rolle als historische Handelsmacht, die sich modernen Herausforderungen stellen muss. Angesichts der marktverändernden US-Handelspolitik setzt die Stadt auf breitere Allianzen und Anpassungsfähigkeit. Der Fokus auf Souveränität und Diversifizierung zeigt: Hamburg will die unsichere wirtschaftliche Landschaft aktiv gestalten.

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